Claus Roxin

Dank an Wolfgang Mischnick

   
Wolfgang Mischnick hat in der Sitzung des Kuratoriums der Karl-May-Stiftung vom 2. Dezember 2000 die Präsidentschaft in diesem Gremium mit Wirkung vom 3. Dezember niedergelegt. Der lange schon angekündigte Rücktritt von Herrn Mischnick hat seine Ursache allein in seinem hohen Alter. Er steht - bei glücklicherweise völlig unverminderter Vitalität und geistiger Präsenz - im 80. Lebensjahr und möchte sich angesichts seiner immer noch zahlreichen Aktivitäten und Ämter ein wenig entlasten.

Alle, die, wie der Schreiber dieser Zeilen, mit Herrn Mischnick in der Karl-May-Stiftung zusammengearbeitet haben, bedauern diesen Entschluß. Aber wir müssen ihn selbstverständlich respektieren. Mir, der ich seit Gründung des Kuratoriums sein Stellvertreter gewesen bin, ist es ein Bedürfnis, ihm im Namen der Karl-May-Stiftung und der ihr eng verbundenen Karl-May-Gesellschaft von Herzen Dank zu sagen für alles, was er im Dienste Karl Mays geleistet hat!

Wolfgang Mischnick war (und ist) für die Stiftung und die Sache Karl Mays ein einmaliger Glücksfall. Dresdner von Geburt, hat er sich den Karl-May-Stätten in Radebeul seit frühen Jugendtagen eng verbunden gefühlt. Er hat auch mehrere Tagungen der KMG besucht; sein Sohn ist bekanntlich seit langen Jahren ein sehr aktives Mitglied unserer Gesellschaft. Daneben und vor allem aber hat Wolfgang Mischnick eine politische Karriere hinter sich, die ihn für das Amt eines Kuratoriumspräsidenten geradezu prädestinierte. Er war 1961-1963 Bundesminister, 1964-1988 stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und 1968-1991 Vorsitzender der Bundestagsfraktion der FDP. In allen diesen Ämtern hat er sich hohes Ansehen und viele Freunde auch unter seinen politischen Gegnern erworben. Er ist der seltene Fall eines unumstrittenen Politikers von hohem Rang.

Es ist klar, daß ein solcher Mann außer seiner Verbundenheit mit der Karl-May-Stiftung Voraussetzungen für sein Präsidentenamt mitbrachte, die niemand sonst hätte erfüllen können: eine unvergleichliche Erfahrung in der Leitung von Gremien, große administrative Kenntnisse und Fähigkeiten und einen strategischen und politischen Durchblick, die ihn zu richtungweisendem Handeln befähigten.

So hat er denn auch entscheidend dazu beigetragen, daß die Stiftung durch alle Turbulenzen der Nachwende-Jahre sicher hindurchgesteuert und heute eine konsolidierte und erfolgreich arbeitende Institution ist. Er hat das Kuratorium zu einem effektiven Instrument der Beratung und Kontrolle entwickelt und in diesem Gremium eine kollegiale Atmosphäre geschaffen, die seinen Mitgliedern die Arbeit zur Freude gemacht hat. Wer seine souveräne, ebenso wohlgelaunte wie energische Verhandlungsführung je erlebt hat, wird ihn für eine Leistung bewundert haben, die dem Kuratorium Autorität und die Möglichkeit zu produktiver Wirkung gegeben hat.

Sein Ausscheiden aus dem Präsidentenamt ist für das Kuratorium ein herber Verlust. Aber wir haben einen großen Trost: Herr Mischnick bleibt uns als Mitglied des Kuratoriums erhalten, und zwar, wenn unser aller Wunsch sich erfüllt, auch über die laufende Amtsperiode hinaus. Er wird uns helfen, die Kontinuität zu bewahren; er wird seine Erfahrung, seinen Rat und auch seine Arbeitskraft dem Kuratorium weiterhin zur Verfügung stellen. Lieber Herr Mischnick, wir sagen Ihnen noch einmal großen Dank für Ihre Arbeit und dafür, daß Sie uns auch künftig zur Seite stehen! Wir werden Ihrer Hilfe noch lange bedürfen!
  


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