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Hilfe für Sachsen


   

Schloß Wiesenstein ragt von einem hohen Granitfelsen so hoch empor, daß oft die Wolken um seine Zinnen streichen. Es blickt weit in das Land hinein, und wer im Bahnzuge sitzend durch das Fenster die Gegend betrachtet, der bekommt es bereits eine Stunde, bevor der Zug Wiesenstein erreicht, von mehreren Seiten zu Gesicht, da die Bahn sich dem Orte in weiten Schlangenwindungen nähert.
     Schloß Wiesenstein ist der Lieblingsaufenthalt Prinz Oscars, des Bruders des Großherzoges
, so beginnt der Schlußteil des Münchmeyer-Romans Deutsche Herzen, deutsche Helden (Lieferung 96, Oktober 1887, S. 2303). Wiesenstein ist eine romanhafte Darstellung des sächsischen »Weesenstein«, von Dresden nicht sehr weit entfernt. Karl May dürfte diesen Ort als Ausflugsziel mehrmals besucht haben. Leider wurde jetzt Weesenstein von der Hochwasserkatastrophe fast völlig zerstört, nur das höher gelegene Schloß blieb unversehrt ...
  

 
Der Freistaat Sachsen bittet um Hilfe!

Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Georg Milbradt, hat zwei Spendenkonten für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Sachsen eingerichtet:

Stadtsparkasse Dresden
Kto.-Nr.: 348 0351 00/Blz.: 85055142
Kennwort: Flutkatastrophe
Empfänger: Freistaat Sachsen
 
Dresdner Bank Dresden
Kto.-Nr.: 0405512300/Blz.: 85080000
Kennwort: Flutkatastrophe
Empfänger: Freistaat Sachsen

Sachsen

Prof. Milbradt bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Betroffenen der Flutkatastrophe engagieren wollen, um ihre solidarische Unterstützung.

  
Karl Mays Erwähnungen von Örtlichkeiten in oder bei Dresden

Blasewitz / Dresden / Tharandt / Pirna / Meißen

Weltbekannt sind die May-Stätten Villa »Shatterhand« und »Bärenfett«. Das Karl-May-Museum lockt jährlich 80.000 Besucher in die Wein- und Gartenstadt Radebeul. Daß aber durch Karl May auch andere Örtlichkeiten in oder bei Dresden literarisch verewigt wurden, ist weniger bekannt. Eine kleine Auswahl diverser Romanstellen soll dies hier verdeutlichen.

Die Liebe des Ulanen, Lieferung 1, September 1883, zitiert nach der Münchmeyer-Erstausgabe, ›Deutscher Wanderer‹, Dresden 1883-1885, S. 3:

»Es war in Dresden und er war Officier. Ich fuhr nach dem berühmten Blasewitz, welches Schiller durch seine »Gustel« verewigt hat, und begegnete da auf der Straße einer kleinen Truppe von Offizieren. Sie jagten an meinem Wagen vorüber, schnell wie Phantome, und doch sah ich das Bild meiner Träume unter ihnen – es war dabei.«

Die Liebe des Ulanen, Lieferung 62, November 1884, spielt in Tharandt und Dresden. S. 981, 983 u. 984:

»Das weiß ich nicht. Ich kam, gerade wie Sie, von Chemnitz her und nahm nur bis Tharandt Billet, um die berühmten heiligen Hallen in Augenschein zu nehmen. In Dresden bin ich noch gar nicht gewesen.«
»Und ich kam aus dem Flöhathal, welches seiner landschaftlichen Schönheiten wegen bekannt ist. Ich stieg hier aus, um das seltene Vergnügen zu haben, einmal ohne Schnee auf ebener Erde Schlitten zu fahren. Ich werde im Trompeterschlößchen logiren.«
   »Ein Hotel?«
   »Nein, sondern ein Gasthof.«


Die Unterhaltung war nicht ungestört geführt, sondern oft durch das Geräusch der Räder und das Anhalten des Zuges an den kleinen Stationen unterbrochen worden. Jetzt nun waren sie auf dem böhmischen Bahnhofe in Dresden angelangt. Die Thür wurde geöffnet, und man stieg aus.
   »Hotel de Saxe!« befahl die Generalin.

Das Trompeterschlößchen und das Hotel de Saxe sind historisch. Das Hotel de Saxe soll wiedererrichtet werden.
          http://www.neumarkt-dresden.de

Hotel de Saxe mit der Salomonis-Apotheke an der Ecke Landhausstraße/Neumarkt.

 
Die Stadt Tharandt wird von May auch mehrmals erwähnt:

»Wolf, der Heimberger Förster, hat einen kinderlosen Bruder in Amerika, welcher vielen, vielen Wald, große Herden und ich glaube gar auch Silbergruben besitzt. Dieser Bruder hat ihn gebeten, ihm seinen Sohn hinüberzuschicken, den er zu seinem Nachfolger und Universalerben machen will, wenn er ihm gefällt. Der Förster fragte seinen Sohn, welcher sich auf der Tharandter Forstakademie befand, und dieser hatte sogleich Lust, dem Rufe zu folgen, nachdem er sein Examen bestanden haben würde.«
   Der Ölprinz, in: Der Gute Kamerad. Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung. Stuttgart. Verlag von W. Spemann, 8. Jahrgang 1894, S. 58f.

»Old Shatterhand,« fuhr Sam fort zu erzählen, »ebnete den Weg zur Aufnahme in das Institut, und die Häuptlingssquaw brachte dann ihren Sohn hinüber, bei welcher Gelegenheit sie die große Freude hatte, ihre Heimat wiederzusehen. Später lernte ich den großen Donner kennen und erfuhr zu meinem Erstaunen von ihm, daß er einen Sohn in Kötzschenbroda bei Direktor Krieger habe. Der Knabe rechtfertigte die Empfehlungen Old Shatterhands; seine Zensuren lauteten ohne Ausnahme auf Eins, und als er von dort nach Tharandt ging, gestanden sich seine Lehrer, daß dieser rote Schüler von keinem der bisherigen weißen übertroffen worden sei.
   Der Ölprinz
, S. 60f.

»Sehr wohl; jetzt weiß ich, woran ich bin, und kann nun wieder nach Tharandt übergehen. Schi-So und Wolf kamen nämlich von Tharandt oft nach Heimberg herauf, welches ein vielbesuchter Luftkurort ist, und kehrten in der Leiermühle, später auch in der Schmiede ein, als die Müllerin den Schmied geheiratet hatte. Sie waren also mit beiden gut bekannt. Gerade als mich der Hobble-Frank bestimmt hatte, nach Amerika zu gehen und seine Helden aufzusuchen, kam der Brief des Onkels und auch die Nachricht, daß Schi-So zu seinem Stamme zurückkehren werde. Dieser Onkel war ungeheuer reich und wohnte, wie man bald heraus hatte, in der Nähe der Navachos; das ging rasch im Dorfe herum, welches meist blutarme Einwohner hat; da fiel es mir denn nicht schwer, einige von ihnen zu vermögen auszuwandern und mit mir hinüber zu ziehen.«
   Der Ölprinz
, S. 61.

 

 

Forstbotanische Garten Tharandt

Der Forstbotanische Garten Tharandt wurde 1811 durch Heinrich Cotta gegründet und zählt damit zu den ältesten wissenschaftlichen Gehölzsammlungen (Arboreten) der Welt.

»[...] Was mich betrifft, so is mir das bei meiner fachmännischen Begabung gar nich schwer gefallen; aber wo haben denn Sie eegentlich schtudiert?«
   »In Tharandt.«
   »Hab' mir's gleich gedacht, denn Tharandt is der Alba Vater für die Forschtpraktikanten der ganzen Welt.«
   »Wollten Sie etwa sagen, Alma mater?«
   »Nee, ganz und gar nich. Versuchen Sie es nich etwa, mir an meinem klassisch hebräischen Latein herumzumäkeln, wie früher der dicke Jemmy es zu seinem eegenen Schaden that? Wenn Sie das thun, da könnte unser schönes, penetrantes Verhältnis sehr leicht eene schlimme Wendung nehmen. Unsereener is ja Koryphäe und darf also so etwas nich dulden. Wo schteckt denn eegentlich unser guter Bloody-fox?«
   Der Geist des Llano estakado
,
in: Der Gute Kamerad. Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung. Stuttgart. Verlag von W. Spemann, 2. Jahrgang 1888, S. 148.

Der kauzige Hobble Frank, in Moritzburg geboren, zählt zu den liebenswertesten Romangestalten Karl Mays:

»Allemal nur Sachsen! Verschtehen Sie? Ich hab' schon noch mit anderen Deutschen geschprochen, aberst ich hab' so einen niemals nicht so gut verschtanden, als wenn er eben in Sachsen geboren gewest wäre. Sachsen ist das Herz von Deutschland. Dresden ist klassisch; die Elbe ist klassisch; Leipzig ist klassisch; die sächsische Schweiz ist klassisch, und der Sonnenstein ooch. Das schönste und reinste Deutsch hört man auf der Schtrecke zwischen Pirna und Meißen, und grad so ziemlich zwischen diesen beiden Schtädten hab' ich mein erschtes Licht der Welt erblickt. Und nachhero schpäter hab' ich ganz in derselbigen Gegend meine Karriere angefangen. Ich war nämlich Forschtgehilfe in Moritzburg, was een sehr berühmtes königliches Jagdschloß ist mit eener famosten Bildergalerie und großen Karpfenteichen. Sie sehen also, daß ich een wirklich angeschtellter Beamter gewest bin mit zwanzig Thaler Monatsgage. Mein bester Freund war der dortige Schulmeister, mit dem ich alle Abende Sechsundsechzig geschpielt und nachhero von den Künsten und Wissenschaften geschprochen habe. Dort hab' ich mir eene ganz besondre allgemeine Bildung angeeignet und auch zum erschtenmale erfahren, wo Amerika liegt. In der deutschen Schprache waren wir einander sehr überlegen, und darum weiß ich ganz genau, daß in Sachsen ohne alle Umschtände der allerschönste Syntax geschprochen wird. Oder zweifeln Sie etwa daran? Sie machen mir so een verbohrtes Gesicht!«
   Der Sohn des Bärenjägers,
in: Der Gute Kamerad. Spemanns Illustrierte Knaben-Zeitung. Stuttgart. Verlag von W. Spemann, 1. Jahrgang 1887, S. 25.

Die sächsische Stadt Pirna wurde von Karl May besonders einfallsreich verewigt. Das KARL MAY Figurenlexikon verrät uns:

»Elias Pirnero (eigentl. E. Matzke): blonder Wirt und Venta-Besitzer in Fort Guadeloupe am Rande des Llano estakado; Witwer, Vater von Resedilla; er stammt aus Pirna in Sachsen und ist nach Mexiko ausgerückt, weil er Schulden nicht bezahlen konnte. Nun ist er einer der reichsten Männer der Gegend. Seine Gespräche beginnt er stets mit einer Anspielung auf das Wetter, und stets kommt er während des Gespräches darauf zu sprechen, daß er einen Schwiegersohn sucht. Ein Lieblingsthema ist ihm auch die ›Abstammungslehre‹: daß nämlich alle guten Eigenschaften seiner Tochter sich vom Vater auf die Tochter vererbt haben. Er ist nicht sehr tapfer und hält sich bei dem Gefecht um das Fort sehr zurück. Seine Venta verkauft er an den endlich gefundenen Schwiegersohn, den schwarzen Gérard und reist dann in seine Heimatstadt. Dort will er großprotzig auftreten, wird aber schon ganz zu Beginn mit recht unangenehmen Wahrheiten über sich, seinen Vater und seinen Großvater konfrontiert, so daß er sofort wieder abfährt. Er nimmt mit seiner Tochter und Gérard am Maskenball in Rheinswalden teil.«
           http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/figlex/13.htm 

Pirna

Der Marktplatz zu Pirna
Canaletto-Gemälde um 1752

Waldröschen, Münchmeyer-Erstausgabe, Dresden 1882-1884, Lieferung 109, S. 2595:

»[…] Kutscher, giebt es an der Elbe Dampfschiffe?«
   »Natürlich, mein Herr!«
   »Die nach Pirna fahren?«
   »Ja. Ich glaube, in fünf Minuten geht eins ab.«
   »Rasch hin. Dieses Dresden ist mir ein schönes Dorf. Arretur und Buxtehude. Ich fahre nach Pirna. Dort wird es wohl noch Menschen geben, mit denen sich noch reden läßt.«

Die Droschke setzte sich abermals in Bewegung, um ihre Insassen nebst deren Inventar nach dem Dampfschiffe zu bringen. Es war grad die höchste Zeit.
   Auch hier erregte Pirnero bei den Fahrgästen ein solches Aufsehen, daß er es vorzog, in der Cajüte zu verschwinden. Er kam nicht eher wieder zum Vorschein, als bis das Schiff in Pirna anlegte, wo er sein Gepäck nach dem Rathskeller tragen ließ, der ihm von früher her noch bekannt war.

Elbdampfer

Noch heute fahren Dampfschiffe von Dresden nach Pirna und gar noch weiter in die Böhmische Schweiz. Es ist die älteste und größte Raddampferflotte der Welt!
          http://www.saechsische-dampfschiffahrt.de 

Nicht nur dem Karl-May-Freund kann ein Besuch der hier genannten Städte dringend empfohlen werden:

Die Stadt Dresden: http://www.dresden.de 

Die Stadt Tharandt: http://www.tharandt.de 

Die Stadt Meißen: http://www.meissen.de

Die Stadt Moritzburg: http://www.moritzburg.de 

Die Stadt Pirna: http://www.pirna.de 

Die Stadt Radebeul: http://www.radebeul.de 

Schloß Weesenstein: http://www.weesenstein.de  

 


Spendenaktion für das Karl-May-Museum

Karl-May-Museum