Zeittafel zur Geschichte der Indianer Nordamerikas  

28 000 bis 22 000 v.Chr.

Eisfreie Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska als Voraussetzung für die Einwanderung eines Großteils der Vorfahren der Indianer.

12 000 bis 8000 v.Chr.

Erneut eisfreie Landbrücke als Voraussetzung für nachfolgende Einwandererschübe.

12 000 bis 7000 v.Chr.

Paläo-indianische Großwildjäger im südlichen Nordamerika (Clovis, Folsom).

6000 bis 4000 v.Chr. Eine archäologische Kultur Alaskas, in der auch die Vorfahren der Athapasken vermutet werden, breitet sich nach Osten und Süden aus (Microblade Tradition).
um 3000 v.Chr.

Vorfahren der Eskimo wandern von Sibirien aus auf dem Seewege ein.

1000 bis 500 v.Chr.

Einführung des Anbaus von Mais, Bohnen, Kürbis aus Mexiko im Südwesten und auch im Östlichen Waldland.

700 v.Chr. bis 700 n.Chr.

Archäologische "Waldland-Kultur" im Osten (Adena, Hopewell).

700 bis 1500

Archäologische Mississippi-Kultur (Temple Mound).

700 bis 1500

Archäologische Pueblo-Kultur (Anasazi).

um 1000

Vinland-Fahrten der Wikinger unter Leif Erikson nach Neufundland bleiben ohne Folgen.

1000 bis 1500

Vorfahren der Apache und Navajo wandern von Kanada nach dem Südwesten.

1497

Giovanni Caboto, in englischen Diensten, erreicht Neufundland und Labrador, fünf Jahre nach der Landung von Kolumbus auf den Westindischen Inseln.

1500 bis 1530

Baskische, englische, bretonische und portugiesische Fischer fangen bei Neufundland. Beginn des Pelzhandels.

1512

Spanier unter Ponce de León erreichen die Halbinsel Florida.

1524

Giovanni da Verrazano, in französischen Diensten, bereist die Ostküste und berichtet anschaulich über die Indianer.

1534

Franzosen unter Jacques Cartier fahren den St. Lawrence-Strom hinauf.

1539 bis 1543

Die spanische Armee unter Hernando de Soto durchquert den Südosten und dringt jenseits des Mississippi bis zur Prärie vor.

1540-1542

Spanische Armee unter Coronado durchquert das Pueblo-Gebiet und dringt bis in die südliche Prärie vor.

1565

Beginn der spanischen Kolonisierung in Florida.

um 1590

Ausbruch einer von Europäern eingeschleppten Pockenepidemie im Nordosten. Ihr sind wahrscheinlich die Irokesen-Stämme am St. Lawrence zum Opfer gefallen.

1598

Beginn der spanischen Kolonisierung in Neu-Mexico.

um 1600

Beginn der französischen Kolonisierung im St.Lawrence-Gebiet.

1607

Gründung von Jamestown. Englische Kolonisierung in Virginia.

1608

Gründung von Quebec als Hauptort von Französisch-Kanada.

1609

Gründung von Santa Fé als Hauptort der Spanier in Neu-Mexico.

1620

Die "Pilgerväter" leiten die englische Kolonisierung in Neu-England ein.

1622

Aufstand der Powhatan-Stamme in Virginia gegen die Engländer.

um 1630

Pferde der Spanier gelangen in Neu-Mexiko erstmalig in den Besitz der Indianer.

um 1640

Durch eine Pockenepidemie verlieren die Huronen die Hälfte ihrer Mitglieder.

1644 bis 1646

Der erneute Aufstand der Powhatan-Stämme wird schließlich niedergeschlagen.

1649-1654

Die Liga der Irokesen zerschlägt nacheinander die Huronen, die Petun, die Neutral Nation und die Erie.

1670

Gründung der englischen Hudson's Bay Company für den Pelzhandel.

1675 bis 1676

Der Aufstand der Stämme in Neu-England unter dem Wampanoag-Häuptling Metacom (King Philip) gegen die Engländer wird schließlich niedergeschlagen.

1680 bis 1692

Der Aufstand der Pueblo-Indianer unterbricht für diese Zeit die Herrschaft der Spanier in Neu-Mexiko.

1682

Gründung der französischen Kolonie Louisiana am Mississippi durch La Salle.

1684 bis 1701

Krieg zwischen den Franzosen in Kanada und der Liga der Irokesen. Nach dem Friedensschluß betreiben letztere eine Neutralitätspolitik.

1700 bis 1750

Pferde kommen durch Handel und Raub zu den Stämmen der südlichen und zentralen Prärien.

1729

Die Natchez werden von den Franzosen in Louisiana vernichtet.

1741

Vitus Bering, in russischen Diensten, erreicht die Küste Alaskas. Beginn der russischen Kolonisierung.

1754 bis 1760

Kolonialkrieg zwischen England und Frankreich parallel zum Siebenjährigen Krieg in Europa, endet mit dem Sieg der Briten.

1763

Das unterlegene Frankreich tritt Kanada an die Briten und Louisiana westlich des Mississippi an die Spanier ab.

1763 bis 1764

Gegen die neuerrichtete britische Kolonialverwaltung erheben sich die Indianer im Gebiet der Großen Seen unter dem Ottawa-Häuptling Pontiac, letztlich ohne Erfolg.

1775

Erste feste Niederlassung der Engländer westlich der Alleghanies in Kentucky.

um 1775

Die Stämme in den nördlichen Prärien sind nun ebenfalls in Besitz von Pferden.

1780 bis 1782

Durch eine verheerende Pockenepidemie verlieren die Prärie-Stämme bis zu drei Vierteln ihrer Bevölkerung.

1776 bis 1783

Unabhängigkeitskrieg der neuentstandenen USA. Die Mehrzahl der Stämme des Ostens kämpft auf Seiten der Briten.

1784

Die Hälfte der Irokesen, überwiegend Mohawk, Cayuga und Onondaga, siedeln nach Kanada um, das den Briten verblieben ist. Sie begründen eine 2. Liga neben der in den USA verbliebenen.

1786 bis 1794

Auch nach dem Unabhängigkeitskrieg setzen die verbündeten Stämme am Ohio (Shawnee, Miami, Delaware, Wyandot, Cherokee) den Krieg gegen die USA fort und besiegen mehrmals Armee-Einheiten.

1795

Im Vertrag von Greenville müssen die Ohio-Stämme nach einer Niederlage bei Fallen Timbers etwa die Hälfte ihres Territoriums abtreten.

1803

Napoleon verkauft "Louisiana" westlich des Mississippi, das er Spanien abzutreten genötigt hat, an die USA.

1804-1806

Um dieses neuerworbene Gebiet zu erkunden, entsendet die US-Regierung eine Expedition unter Lewis und Clark, die den Missouri hinauf und den Columbia hinab bis zum Pazifik reist.

1805 bis 1811

Die Brüder Tecumseh und Tenskwatawa von den Shawnee begründen bei den Stämmen des Seen-Gebietes eine Bewegung der Rückkehr zu altindianischer Lebensweise und gegen Landabtretungsverträge.

1808

Gründung der American Fur Company für den Pelzhandel in den USA.

1812 bis 1815

Krieg zwischen den USA und Großbritannien. Tecumseh mit seinen Anhängern kämpft auf Seiten der Briten, fällt aber im zweiten Kriegsjahr.

1813 bis 1814

Der von Tecumseh zum Bündnis gewonnene Teil der Creek erhebt sich gegen die Amerikaner, wird aber schwer geschlagen.

1817 bis 1819

Die USA bekriegen die Seminole in Florida, die entflohenen Negersklaven Asyl gewährt haben. Spanien muß Florida an die USA abtreten.

1821

Durch Anschluß der North West Company an die Hudson's Bay Company wird dem Konkurrenzkampf im Pelzhandel in Kanada ein Ende gesetzt.

1824

Gründung des "Bureau of Indian Affairs" im US-Kriegsministerium.

1830 bis 1840

Den Stämmen des Ostens werden Landabtretungsverträge aufgenötigt und sie in das "Indian-Territory" westlich des Mississippi (heutiges Kansas und Oklahoma) umgesiedelt. 4 000 Cherokee sterben unterwegs (Trail of Tears).

1832

Die Sauk unter Black Hawk kämpfen vergeblich gegen ihre Umsiedlung.

1835 bis 1842

Einem Teil der Seminole gelingt es in langwierigen Kämpfen, sich der Aussiedlung aus Florida zu entziehen.

1837

Erneute Pockenepidemie in der nördlichen Prärie.

1846 bis 1848

Mexiko verliert im Krieg an die USA das Gebiet der späteren Staaten New Mexico, Arizona, California, Utah, Nevada.

1849

Das "Bureau of Indian Affairs" wird dem US-Innenministerium unterstellt Kompetenzstreitigkeiten mit der Armee sind an der Tagesordnung.

1861 bis 1865

Im Sezessionskrieg kämpfen der Hauptteil der Creek, Cherokee, Choctaw, Chickasaw auf Seiten der Südstaaten, andere Stämme auf der Seite der Union.

1862/1863

Die Santi-Dakota unter Little Crow wehren sich in einer Erhebung vergeblich gegen das Vordringen der Ansiedler.

1863 bis 1867

Die Navajo werden besiegt und jahrlang in Gefangenschaft gehalten.

1865 bis 1868

Den Lakota unter Red Cloud gelingt es in schweren Kämpfen, ihren Landbesitz noch einige Jahre zu sichern.

1867

Rußland verkauft Alaska an die USA. Bildung des "Dominions of Canada", wodurch der Hudson's Bay Company nur noch das Pelzhandelsrecht, aber nicht mehr der Landbesitz bleibt.

1869

Vollendung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie (Union Pacific & Central Pacific Railroad).

1872 bis 1877

Die mehrere Millionen Tiere zählende Büffelherde in den südlichen Prärien wird abgeschlachtet.

1874 bis 1875

Comanche, Kiowa sowie südliche Cheyenne brechen aus den Reservationen aus und suchen vergeblich, die Büffelschlächter zu vertreiben.

1876 bis 1877

Der spektakuläre Sieg der Lakota und nördlichen Cheyenne am Little Bighorn über Custers Truppen kann ihre endgültige Niederlage nur hinausschieben. Crazy Horse ergibt sich und wird ermordet, Sitting Bull flieht nach Kanada.

1877

Der Versuch der Nez Percé unter Chief Joseph nach Kanada zu fliehen, wird nahe der Grenze von Armee-Einheiten verhindert.

1878 bis 1879

Nördliche Cheyenne unter Little Wolf und Dull Knife fliehen aus dem "Indian Territory" (Oklahoma) und erhalten schließlich im vertrauten Yellowstone-Gebiet eine neue Reservation.

ab 1878

Einheiten der Reservationspolizei werden aus angeworbenen Indianern gebildet.

1879

Die Carlisle School, eine höhere Internatsschule für junge Indianer außerhalb des Reservationsschulsystems, wird von der US-Regierung begründet.

1881 bis 1883 Auch die große Büffelherde in der nördlichen Prärie wird abgeschlachtet. Freilebende Büffel sind damit praktisch ausgerottet.
1881 bis 1886

Chiricahua-Apache unter Geronimo und Naiche brechen wiederholt aus der San Carlos-Reservation aus und fliehen nach Mexiko. Mit gewaltigem Militäraufgebot werden sie zur Kapitulation gezwungen und Jahrzehnte als Kriegsgefangene gehalten.

1885

Aufstand der Metis unter Louis Riel und der Cree gegen die kanadische Regierung wird niedergeschlagen.

ab 1887

Der "General Allotment Act" sieht die Aufteilung eines Teiles der bisher in gemeinschaftlichem Stammesbesitz befindlichen Reservationen auf die einzelnen Mitglieder vor. Der größere Rest wird an weiße Siedler vergeben, wodurch im "Indian Territory" die Indianer zu Minderheiten in den ehemaligen Reservationen werden. Der Staat Oklahoma entsteht.

1887 bis 1906

Die "Wild West Show" Buffalo Bills (William Cody) mit vielen indianischen Akteuren unternimmt mehrmals Tourneen durch Europa und prägt stark das Bild vom Indianer.

1888 bis 1890

Der Prophet Wovoka von den Paiute verkündet den Weltuntergang mit nachfolgender Wiederkehr der Toten und der Büffel. Diese "Geistertanz-Bewegung" verbreitet sich bei fast allen Prärie-Stämmen.

1890

Um die "Geistertanz-Bewegung" bei den Lakota militärisch zu unterdrücken, wird Sitting Bull bei seiner Verhaftung erschossen und das Gemetzel von Wounded Knee veranstaltet.

1917 bis 1918

Im I. Weltkrieg kämpfen über zehntausend Indianer als Soldaten der US-Army.

1924

Den Indianern wird in den USA die Staatsbürgerschaft zuerkannt.

1934

Der "Indian Reorganization Act" ermöglicht es den Stämmen, sich zu rechtsfähigen Gemeinschaften zusammenzuschließen und eine beschränkte lokale Selbstverwaltung auszuüben.

1941-1945 Im II. Weltkrieg werden etwa 25 000 Indianer in die US-Army eingezogen und nehmen an den Kämpfen teil.
ab 1953

Der erneute Versuch der US-Regierung, im Rahmen der "Termination Policy" die Reservationen und Stämme aufzulösen, muß schließlich aufgegeben werden.

1968

Die indianische Widerstandsbewegung "American Indian Movement" (AIM) wird in Minneapolis gegründet, daran sind Clyde Bellecourt und Dennis Banks beteiligt.

1971

Nach der Entdeckung großer Erdölvorkommen in Alaska verlieren Indianer und Eskimo durch den "Alaska Native Claims Settlement Act" den weitaus größten Teil ihres Landbesitzes, wofür Entschädigung gezahlt wird.

1972

Indianischer Protestmarsch nach Washington ("Trail of Broken Treaties") und zeitweilige Besetzung des Bureau of Indian Affairs.

1973

Durch die spektakuläre Besetzung von Wounded Knee durch AIM-Mitglieder und Lakota wird die Öffentlichkeit auf die Situation der Indianer aufmerksam gemacht.

1980

Bevölkerungswachstum hat die Zahl der Navajo auf über 150 000 ansteigen lassen. Trotzdem wird die Aussiedlung Tausender aus einem Landstrich betrieben, der bisher Navajo und Hopi gemeinsam gehörte.

1990

Die Mohawk von Oka (Provinz Quebec) leisten gegen die Zerstörung eines alten Friedhofs bewaffneten Widerstand und machen dadurch die Öffentlichkeit auf Landeigentumsprobleme in Kanada aufmerksam.

Dr. Lothar Dräger 


Archäologische Funde

Indianer Nordamerikas

Karl-May-Museum Radebeul