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Symposium der Karl-May-Stiftung regt zu wissenschaftlicher Vernetzung und sensiblem Dialog im Umgang mit menschlichen Überresten an

Radebeul, 3. März 2015

Das von der Karl-May-Stiftung ausgerichtete interdisziplinäre Symposium ›Ruhe sanft (in der Vitrine)!? – Vom Umgang mit menschlichen Überresten in Sammlungen und Museen‹ am Samstag, den 28. Februar 2015, im Lößnitzgymnasium Radebeul zog ein wissenschaftliches Fachpublikum mit über 80 Teilnehmern aus ganz Deutschland zu einem umfassenden Erfahrungsaustausch an. Auch Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche zählte zu den interessierten Gästen.

Ziel der eintägigen interdisziplinären Tagung war es, eine Plattform zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch für die wissenschaftliche Fachwelt zum Umgang mit menschlichen Überresten in Museen und Sammlungen in Deutschland zu bieten. Als Referenten sprachen Martin Schultz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen, Susanne Roeßiger, Leiterin der Sammlung der Stiftung Deutsches Hygiene Museum Dresden, PD Dr. med. Andreas Winkelmann, Projektleiter des Charité Human Remains Project der Charité Berlin, Dr. Andreas Schlothauer, Vorsitzender der ›Vereinigung der Freunde afrikanischer Kultur e.V.‹ und Herausgeber der Zeitschrift ›Kunst & Kontext‹, Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums Bremen und Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbund e.V., und Robin Leipold, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Karl-May-Museums Radebeul.

Die Referenten gaben Einblicke in die Forschungen zu menschlichen Überresten in ihren Institutionen und hoben die hohe Bedeutung nach der Klärung der genauen Herkunft sowie die angemessene Aufbewahrung solcher sensibler Objekte in den Sammlungen hervor. Diskutiert wurde dabei vor allem der Umgang mit Rückforderungsansprüchen indigener Gruppen an Sammlungsgütern menschlicher Art wie Kopf- und Schädeltrophäen, archäologischen Knochenfunden sowie anatomischen Präparaten.

Es müsse ein äußerst sensibler Umgang mit den sterblichen Überresten in Sammlungen und im Dialog mit den betreffenden Kulturgruppen erfolgen, hob Prof. Dr. Wiebke Ahrndt hervor. Da es sich dabei um einen sehr komplexen Sachverhalt handle, solle von Fall zu Fall individuell entschieden und abgewogen werden, ob und unter welcher konservatorischen Pflege die menschlichen Überreste in den Sammlungen verbleiben. Ein möglicher Unrechtskontext bei der Entstehung und dem Erwerb der betreffenden Objekte müsse in Bezug auf Rückforderungen mit berücksichtigt werden. Wichtig sei für die jeweilige Institution, eine klare Positionierung zum Umgang mit menschlichen Überresten in ihren Sammlungen zu entwickeln. Dies müsse auf Grundlage der Herkunftsforschung zu den Objekten und unter Berücksichtigung ethischer Grundfragen erfolgen.

Eine stärkere Vernetzung der Museen und Sammlungen für diese Fragestellungen wurde von Referenten und Gästen gleichermaßen begrüßt. Angeregt wurde ebenso, eine übergeordnete Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung von menschlichen Überresten in musealen Sammlungen einzurichten. Ein Bericht zur Fachtagung wird unter anderem in der nächsten Ausgabe des Magazins des Karl-May-Museums ›Der Beobachter an der Elbe‹ erscheinen. Ebenso stellte die Sächsische Landesstelle für Museumswesen die Förderung einer Publikation mit den Vorträgen der Fachtagung in Aussicht.

Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Robin Leipold M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter Karl-May-Museum Radebeul
robin.leipold@karl-may-museum.de | Tel: 0351 837 30 39
 


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