Fanna und Thala

FritzR
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von FritzR » 23.10.2008, 20:43

rodger hat geschrieben:Aber Wohlgschaft ist ein guter Ansatz oder auch Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Karl May. Da gehen wir nun ganz konform.
So darf ich also ungehudelt hier weiter agieren?

Chapeuau! Tiefen Chapeau!
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rodger
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von rodger » 23.10.2008, 20:57

Mit Stänkereien meinerseits ist auch fürderhin ggf. zu rechnen. Das muß man nicht so ernstnehmen, gar nicht um kümmern, hat Heidi Kabel schon gesungen, ich versuch' das auch des öfteren bei Beiträgen von Leuten, mit denen ich nichts anfangen kann ... man spart Zeit und Energie.

:wink:
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von Dernen » 23.10.2008, 22:04

FritzR hat geschrieben:
FritzR hat geschrieben:Sind diese beiden Pflanzen identifizierbar?
Vielen Dank an alle Mitschreiber!
Von meiner Seite: gern geschehen. Bezüglich der Fanna habe ich nur auf den Seiten der KMG gesucht und das passende gefunden. Und darf an dieser Stelle dann doch mal ein bißchen Werbung für diese Gesellschaft machen, die im Laufe ihres Bestehens eine solche Menge an Informationen zu Karl May veröffentlicht hat, daß wir alle davon profitieren können. Es wird u.a. auf den Internetseiten der KMG so viel angeboten, daß eine Mitgliedschaft wirklich empfehlenswert ist. Man bekommt ja auch das Jahrbuch, die Mitteilungen und Nachrichten - also eine ganze Menge dafür zurück.

Grüße

Rolf Dernen
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von markus » 23.10.2008, 22:21

Das kann ich nur unterstreichen. Wenn man viel Zeit hätte, könnte man sich so sehr in die vielen Informationen hineinfressen, daß man über kurz oder lang ein echter May-Experte sich nennen darf. Aber leider, wie so oft, fehlt einem die Zeit und die Muße.
Wie lautete doch mal das Zitat?: "Woher nehme ich nur die ganze Zeit, das alles nicht zu lesen?"

:mrgreen:
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rodger
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von rodger » 23.10.2008, 23:30

Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen, heißt der Satz. Ich habe ihn eine Zeitlang des öfteren gesehen, weil ihn jemand als Signatur benutzte, und nie verstanden. Bis ich eines Tages glaubte, ihn verstanden zu haben, nämlich so: Nicht lesen ist Zeitverschwendung, oder, die Zeit die man mit anderem als Lesen verwendet, ist verloren. Damit konnte ich etwas anfangen, insbesondere wenn ich an all die sinnlosen Forenbeiträge dachte, mit denen ich meine Zeit vergeude ... Eben habe ich Quelle und Kontext des Satzes ergoogelt und festgestellt, daß meine Interpretation, mit deren Hilfe ich den Satz zu verstehen glaubte, irrig war. Er ist offensichtlich doch anders gemeint. Und jetzt bin ich so klug [als] wie zuvor und verstehe ihn wieder nicht. So ist das manchmal mit den Wellenlängen ...

:lol:
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von giesbert » 24.10.2008, 2:50

Karl Kraus. Dazu gab's mal eine kluge Interpretation, die ich jetzt nicht finde, von einem Germanisten, dessen Name mir jetzt nicht einfällt.
JennyFlorstedt
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von JennyFlorstedt » 24.10.2008, 9:50

Von Karl Kraus kommt mir beim Lesen von Forenbeiträgen gelegentlich ein anderer Ausspruch in den Sinn: "Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, dass ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist."

;)
Täglich neues zu entdecken bei www.karl-may-buecher.de
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von rodger » 24.10.2008, 10:16

... während bei den allertrübsten Tassen wie der Frau Silling (das war diese Rezensentin in Sachen Hadschi Halef Omar und Schweinefleisch, oder verwechsle ich da grad irgendwas, Nein, Dresdner Anzeiger, Suezkanal, Lesseps-Denkmal und 'Friede auf Erden', das war's) dieser Schein manchmal gar nicht erst eine Chance hat, auch nur ansatzweise zu entstehen.
Zuletzt geändert von rodger am 26.10.2008, 8:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von sven.becker.kiel » 24.10.2008, 12:10

FritzR hat geschrieben: Chapeuau! Tiefen Chapeau!
wieso "tief"?

Der Chapeau ist keine Verbeugung,
sondern der Hut, den man zieht
und der ist, da meist der Zylinder
gemeint ist, eher hoch:
chapeau.jpg
chapeau.jpg (3.96 KiB) 4082 mal betrachtet
Salut!

Sven
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von FritzR » 24.10.2008, 15:16

sven.becker.kiel hat geschrieben:
FritzR hat geschrieben: Chapeuau! Tiefen Chapeau!
wieso "tief"?
Der Chapeau ist keine Verbeugung, sondern der Hut, den man zieht und der ist, da meist der Zylinder gemeint ist, eher hoch:
Nuna!

Ist schon klar!

Aber wenn ich den Zylinder lüpfe und ihn dann von vor mir nach hinter mir schwenke und mich dabei verbeuge, wie es die eleganten Schöwaliees mit ihren Federhüten taten, ist das eben eine tiefer Chapeau!

Gruß Fritz

Mich wundert, dass sich in diesem Forum an sachliche Fragen stets solche offtoppige Plänkeleien ergeben.
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von Faterson » 24.10.2008, 15:36

Karl Kraus hat geschrieben:Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen
Mein Verständnis des Zitats:

„Wenn ich bloß nur so viel Zeit hätte, dass ich überhaupt Entscheidungen treffen könnte, was ich lesen will und was nicht :!: In Wirklichkeit habe ich so wenig Zeit, dass sie kaum dafür reicht, auch nur das Allernotwendigste zu lesen.“

So: der Aphorismus ist 13 Worte lang, seine Erklärung dreimal so viel — 39 Wörter. Nicht umsonst sagt man, in Aphorismen sprechen zu können sei die „Kunst des Kurzausdrucks“.
Alexander (Sascha) Avenarius
Buch der Zitate, darunter viele Zitate von Karl May
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von rodger » 24.10.2008, 16:03

FritzR hat geschrieben: Mich wundert, dass sich in diesem Forum an sachliche Fragen stets solche offtoppige Plänkeleien ergeben.
Das könnte daran liegen daß alles andere interessanter ist als z.B. die Bedeutung der Worte Fanna und Thala …

Das ist Ansichtssache, freilich.

Falls irgendjemanden auch meine subjektive und unmaßgebliche Meinung zu solchen Dingen interessiert, hier noch einmal der Versuch, sie einigermaßen bündig zusammenzufassen:

die Gedichtzeile mit der Fanna ist mir im Gesamtwerk Karl Mays zig Mal begegnet, das ist so ein Dauerbrenner wie die „Berge von Befour“. Ich weiß bis heute nicht, wo Befour liegt (vermutlich in Indien), und ob es eine Stadt, eine Landschaft, ein Fürstentum, eine Provinz oder sonst etwas ist. Ich weiß auch immer noch nicht, was die Fanna genau ist. Gut, eine Pflanze, erinnere ich mich denn doch, hier vermutlich gelesen zu haben, aber ansonsten gehen mir solche Dinge ggf. zum einen Ohr oder Auge hinein und zum anderen wieder hinaus.

An den Stellen, in denen dieses Gedicht vorkommt bei Karl May, geht es um einen poetischen Moment, eine lyrische Einlage, eine Stimmung, eine Befindlichkeit, eine Atmosphäre, und um ein Gleichnis. Das kommt herüber, mehr muß ich nicht wissen. Ich sehe die Personen vor mir, erlebe die Atmosphäre, fühle und empfinde mit ihnen. Ob sie nun Hölderlin zitieren oder Klopstock anrufen oder Micky Maus oder von der Fanna sermonieren, das ist eher nebensächlich, insofern auch, was das (die Fanna) denn nun genau ist. Irgendetwas treibt da heimatlos, sei es eine Sagengestalt, eine Fee, eine Pflanze, ein Blatt, ein Boot, ein Symbol, was auch immer, das bleibt sich gleich, wenn man weiß, was gemeint ist (nicht mit dem Wort Fanna, sondern mit dem Gedicht).

Vor einiger Zeit las ich in einem Heft einen Aufsatz über ein Gedicht in dem Band „Von Bagdad nach Stambul“. Ich freute mich zunächst, als ich sah, worum es ging, weil ich den Band sehr mag und mir auch die Stelle mit dem Gedicht in guter Erinnerung war, so war ich neugierig, was darüber wohl zu lesen sein werde. Aber dann habe ich mehrere Seiten Lektüre recht verständnislos sowie einigermaßen verblüfft und achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das ist doch alles ganz klar, was da (bei Karl May) steht, habe ich gedacht, bzw., die ganzen Hintergrundinformationen brauche ich nicht, und das, was der Autor meint, was er herüberbringen will, das sehe ich, wenn ich die Stelle lese, dazu brauche ich keine Erläuterung.

Oder eine andere Sache, da setzt sich der eine Stunden und Tage hin und schreibt in Wahnsinns-Fleißarbeit eine Quelle ab, und der andere lässt das veröffentlichen und ist ganz stolz darauf, und ich frage mich was soll ich nun damit ? Daß Karl May für irgendwelche Motive in seinen Erzählungen irgendwelche Quellen hatte, das ist doch klar, wo genau das nun war und was da genau stand, das muß ich doch nicht wissen …es wird eh wieder eine Angelegenheit aus der Heimat gewesen sein, die er in exotische Fremde verlegt hat, und dafür hat er sich dann irgendwo halt ein paar Informationen besorgt, damit’s halbwegs passt …

Oder, (eins von hunderten möglicher Beispiele) in „Am Rio de la Plata“ schildert Karl May wunderbar eine Abendgesellschaft, Neureichs in Sachsen, nach Uruguay transponiert. Da muß ich doch nicht bei Herrn Pleticha im Weltbild-Band ellenlange detaillierte Erläuterungen über den Adel in Südamerika lesen, die Leute sind doch gar nicht gemeint … (das ist eben der Unterschied zwischen Schulwissen und Verständnis. Das klingt jetzt überheblich, aber so ist es).

Die Ansätze, an Dinge heranzugehen, sind halt sehr sehr verschieden …

Mache es doch jeder so wie er lustig ist. Und halte mich meinetwegen für einen durchgeknallten Spinner (jedem seine Schutzmechanismen ...). Ich danke für die Aufmerksamkeit.
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von sven.becker.kiel » 24.10.2008, 16:33

Hallo zusammen,

für mich ist nicht "alles andere interessanter ist als z.B. die Bedeutung der Worte Fanna und Talha", aber es ist auch interessant.

Die Stellen, wo es May "um einen poetischen Moment, eine lyrische Einlage, eine Stimmung, eine Befindlichkeit, eine Athmosphäre, und um ein Gleichnis" gehen mag, verstehe und genieße ich ebenso wie Rüdiger. Aber:

Wie jeder Schriftsteller hat May "für irgendwelche Motive in seinen Erzählungen irgendwelche Quellen" und es ist - für mich - eben nicht ohne Reiz, en gros und en detail nachzuspüren, welche Quellen und wie diese verarbeitet wurden, und so vielleicht ein wenig Einblick in May's schriftstellerisches Handwerk zu erlangen.

Abgesehen davon, sind - für mich - diese Quellen selbst zumeist äußerst interessante Lektüre, auf die ich wohl kaum gekommen wäre, hätte nicht das Werk May's die Vermittlung dazu gegeben.

Die Beschäftigung mit May's Quellenmaterial muss die Geltung und Wirkung seines Werkes durchaus nicht mindern, im Gegentheil: es führt noch näher an die zeitgenössischen Kultur- und Wissenschaftsinhalte und -horizonte heran.

Rohlfs, Barth und Consorten kann ich nur empfehlen!

Beste Grüße

Sven
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von FritzR » 24.10.2008, 17:58

rodger hat geschrieben:
FritzR hat geschrieben: Mich wundert, dass sich in diesem Forum an sachliche Fragen stets solche offtoppige Plänkeleien ergeben.
Das könnte daran liegen daß alles andere interessanter ist als z.B. die Bedeutung der Worte Fanna und Thala …
Warum schreibst du dann hier so viel und nicht an interresanteren Stellen? :?:
rodger hat geschrieben:[Das ist Ansichtssache, freilich.
Nu freilisch!
rodger hat geschrieben:[die Gedichtzeile mit der Fanna ist mir im Gesamtwerk Karl Mays zig Mal begegnet
Nach May-Wiki tritt das Gedicht zweimal auf; -zig meint aber mehr als zwanzig Mal.

Kannst du es auch weniger posenhaft?

Wer eine Netzseite wie du hat, dem nehme ich so eine Pose nicht ab.

Beste Grüße
Fritz
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Re: Fanna und Thala

Beitrag von rodger » 24.10.2008, 18:22

Ja, da hätte ich mir einen anderen Thread aussuchen können, das stimmt schon ... aber die Frage wurde ja hier gestellt.

Daß ich manchmal zu so etwas wie Posenhaftigkeit neige, wurde richtig erkannt (Geltungsbedürfnis, Kompensation, was weiß ich ... ich sagte ja schon, nicht so ernst nehmen.)

Worin sie (die Posenhaftigkeit) im konkreten Fall bestehen soll, hat sich mir indes nicht erschlossen.

Ich weiß nicht wie oft das Gedicht vorkommt. Ich dachte (gefühlte ...) zig Mal. Mag sein nur zweimal; würde mich wundern, ist aber möglich.
Zuletzt geändert von rodger am 24.10.2008, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
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