HKA "Durchs wilde Kurdistan"

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rodger
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HKA "Durchs wilde Kurdistan"

Beitrag von rodger » 10.6.2019, 11:28

Sehr angetan vom differenzierten, zahlreiche Aspekte beleuchtenden und erhellenden Editorischen Bericht im HKA-Band „Durch die Wüste“, war es erfreulich, auch im „Kurdistan“-Band wiederum Florian Schleburg als Autor dieses Berichtes genannt zu sehen.
Und erneut kommt der Leser, der Intelligentes, Interessantes zu Karl May lesen will (mit so etwas wird man in diesen verständnisarmen Zeiten ansonsten nicht gerade übermäßig verwöhnt ...), sozusagen auf seine Kosten. (apropos Kosten, an die achtzig Märker plus Versandkosten, und dann muß man die verklebten Seiten einzeln auseinanderfriemeln ...)
Wieder die charmante milde Ironie wie schon im Editorischen Bericht zu „Durch die Wüste“: „Andererseits kann er für einen selbsternannten Sendboten der göttlichen Liebe ausgesprochen grob auftreten“; „Ganz nebenbei lernt der deutsche Reisende in wenigen Tagen so viel Kurmandschi, dass er allen kommunikativen Herausforderungen gewachsen ist und kurzzeitig gar mit dem Bey von Gumri verwechselt werden kann“ (beides S. 557).

Zwei einzelne Stellen aber verlangen Widerspruch bzw. Stellungnahme.
Zum einen lesen wir auf S. 553 von „kindlich naiver Lyrik“ ... Wobei offenbar Mays „Himmelsgedanken“ gemeint sind.
Nun, diese Meinung ist sehr verbreitet und sei sozusagen gestattet. Nicht außer Acht lassen sollte man aber, dass es auch Fälle gibt, in denen „die Erkenntnis gleichsam durch ein Unendliches gegangen ist“ und hernach zu „kindlicher Naivität“ zurückfindet oder auch im guten Sinne sie nie verloren hat ...
Die andere Stelle betrifft Sir David Lindsay. Der sei „als Clownfigur angelegt“ (S. 558). Aber nicht doch. Weit gefehlt. Lindsay ist ein FREUND, ein sehr ernstzunehmender, einer der ganz wenigen. Denken wir spontan an die sehr berührende Stelle in „Von Bagdad nach Stambul“, wo Lindsay den sich abseits begeben habenden Erzähler mit „Wasser in den Augen“ vorfindet und ihm auf zu Herzen gehende Weise Solidarität und gar so etwas wie Geborgenheit vermittelt ... Oder schauen wir uns Lindsays erstes Auftreten in „Durch die Wüste“ an, der Erzähler notiert alsbald, „daß ich mir keinen besseren Gefährten wünschen konnte“, und vermerkt kurz darauf „Dieser Engländer war wirklich ein ebenso gewandter Schwimmer, wie er ein ausdauernder Läufer war.“ An einen Clown denken wir dabei nicht.

Insgesamt wieder ein sehr lesenswerter Text und eine weitere erfreuliche Neuerscheinung.
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rodger
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Re: HKA "Durchs wilde Kurdistan"

Beitrag von rodger » 7.10.2019, 9:33

Florian Schleburg ist zum Vorsitzenden der KMG gewählt worden.
Das gefällt mir.
Siehe die ersten Abschnitte im vorherigen Beitrag.
Nina Krause
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Re: HKA "Durchs wilde Kurdistan"

Beitrag von Nina Krause » 7.10.2019, 13:45

Na dann können wir ja wieder hoffen,auf bessere Zeiten. :wink:
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rodger
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Re: HKA "Durchs wilde Kurdistan"

Beitrag von rodger » 7.10.2019, 13:50

gleich so optimistisch ? :D
(warum fällt mir just der SPD-Schulz ein ...) 8)
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Re: HKA "Durchs wilde Kurdistan"

Beitrag von Nina Krause » 7.10.2019, 14:45

Nee,war ironisch gemeint.Siehe :wink:
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