Anteile & Bewußtsein

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rodger
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Anteile & Bewußtsein

Beitrag von rodger » 27.11.2011, 15:18

Helmut Schmiedt schreibt in „Sachsen ist in aller Welt: die Abenteuerromane Karl Mays“, in „Der Schriftsteller Karl May“, S. 249 davon, daß „May in seinen Texten Tendenzen zu verbinden sucht, die einander im konventionellen Verständnis ausschließen und die Mays Intellekt wohl auch gar nicht hätte benennen können“. (Es ist da von „rebellischem Potential“, „utopisch-revolutionären Zügen“ einerseits und Konformismus und Bravheit andererseits die Rede, und daß May in beiden Richtungen mit „beträchtlicher Radikalität“ unterwegs sei bzw. beides so [nämlich beträchtlich radikal] betreibe.)

Das erste (das Verbinden scheinbar sich ausschließender Tendenzen in Mays Werk [& Wesen]) ist richtig, das zweite [m.E.] falsch; May war sich dieser Dinge sehr wohl bewusst und hätte sie durchaus auch benennen können.

Es handelt sich um Anteile, der Rebell schließt den Spießer halt nicht aus … und der Seher nicht den Kleinbürger … Wilhelm Raabe fiel mir ein in dem Zusammenhang, da ist es ein bisschen ähnlich, die einen sehen in ihm den Stubenidyllverherrlicher, die anderen den kritischen Kopf … beides ebenso richtig wie, wenn jeweils ausschließlich so gesehen, falsch … Denn beides trifft zu …
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