Vertreibung und Reservate

markus
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von markus » 24.7.2009, 21:17

Thomas Math hat geschrieben:keine Ahnung wer oder was Aldi ist...
Da fragen Sie besser Herrn Lidl oder Frau Penny... :mrgreen: .

Spaß beiseite, Aldi ist sowas wie der deutsche Wal-Mart und Lidl und Penny usw. sind deren Konkurenten :wink: .
Thomas Math hat geschrieben:Die Dezimierung der Ersteinwohner Amerikas durch eingeschleppte Krankheiten ist eine bekannte Tatsache,ohne die eingeschleppten Infektionskrankheiten waere Mexiko niemals so schnell erobert worden,das gleiche gilt auch fuer die US Ostkueste oder Peru.
Das spricht ja doch mehr oder weniger gegen die weißen europäischen Einwanderer, denn wären sie nicht gewesen hätte es diese Krankheiten unter der Urbevölkerung nicht gegeben, also sind die Weißen ja doch irgendwie dran Schuld (auch wenn es nicht vorsätzlich geschah).
Thomas Math hat geschrieben:Kann trotzdem beim besten Willen nicht verstehen woher die deutsche Bewunderung fuer diese unzivilisierten Praerieindianer kommt,wo es doch unglaublich entwickelte Hochkulturen in Mittel und Suedamerika gab.
Ich sags noch einmal (damits auch dieser Herr endlich in seinen Schädel kriegt), aber diesmal zum letzten Mal, denn diese Geschichte muß ein Ende nehmen. Ich habe das ewige Erklären satt :P .

Jeder Mensch hat seine Daseinsberechtigung und jedes Volk, mag es noch zu unbedeutend, wild und unzivilisiert sein, bedarf der Achtung und Respekt der anderen Völker. Wir alle sind es wert zu leben, keiner ist besser oder schlechter, auch kein Volk. Eine wirkliche hochkulturelle zivilisierte Gesellschaft würde das erkennen und auch achten. Anscheinend war es die amerikanische Gesellschaft im 19. Jahrhundert noch nicht. Ist sie es heute da sie es geschafft hat einen Farbigen zum Präsidenten zu wählen? Ich wage es mal leise zu bezweifeln, aber man kann mich ja eines besseren belehren.
Thomas Math hat geschrieben:Wenn ich mir die deutschen Statistiken so anschaue (gilt aehnlich auch fuer die USA ) haben Frauen mit besserer Ausbildung keine oder maximal 2 Kinder waehrend Wohlfahrtsempfaenger mehr haben.Gilt im uebrigen auch fuer die Dritte Welt in Indien hat die neue Mittelklasse nur 2-3 Kinder waehrend die Unterklasse 6-8 Kinder pro Haushalt hat.
Was ist daran so sensationell? Berufstätige Frauen haben weniger Zeit für Kinder, die Kinderbetreuung in der BRD ist fast mangelhaft zu nennen (in den USA wohl ähnlich nehm ich an), daher weniger Kinder als nichtberufstätige Mütter (obwohl Hausfrau auch ein Beruf ist, der aber nicht anerkannt ist und sich zuhause abspielt wo man natürlich nah bei den Kindern ist und somit weniger abhängig ist von der staatlichen Kinderbetreuung).

In Frankreich ist die Kinderbetreuung weitaus besser zu nennen als in der BRD und somit haben dort berufstätige Frauen laut Statistik mehr Kinder als bei uns.
Thomas Math hat geschrieben:Wie gesagt beim Menschen verlaeuft die Evolution von hoch zu niedrig.
Oder von schräg nach links über quer :lol: . Aber im Ernst, von hoch zu niedrig ist nicht verkehrt. Täte dem Menschen mal gut von seinem hohen Rosse runter zu steigen auf den Boden der Tatsachen, Bodenständiger werden, auf dem Teppisch bleibend (aber kein roter... :mrgreen: )
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Helmut Prodinger » 24.7.2009, 22:06

Daseinsberechtigung ist fein und unbestritten.

Es scheint uns aber innezuwohnen, solche zu bewundern, die herausragen,
moegen das einzelne Individuen sein oder auch ganze Voelker. Etrusker und Kelten sind derzeit populaer, ich kaufte sogar einen Roman eines gewissen Gisbert, den ich aber dann im Hotel in Aufkirchen versehentlich liegen liesz. Die alten Griechen undsoweiter fanden immer unsere Anerkennung, natuerlich auch die Azteken, Inkas und so. Die weiszen Goetter vom Stucken faszinierten mich als Juengling. Dann verlieh ich es und bekam es nie zurueck. Ohne May's Romane waeren aber Apachen in D
wohl weniger populaer. Viele Amerikaner haben indianische Vorfahren, ich will da gar keine Namen nennen, man findet sie nun dank google leicht, aber da werden eher Cherokees und so genannt, aber selten Apachen. Irre ich?
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von rodger » 25.7.2009, 7:29

markus hat geschrieben: (auch wenn es nicht vorsätzlich geschah).
In Nordamerika richteten vor allem Krankheiten wie Pocken, Masern und Grippe bei den Indianern katastrophale Schäden an. Die Auswirkungen stehen den Opferzahlen der spanischen Grippe möglicherweise nicht nach. Die Indianer verfügten über keinerlei Abwehrstoffe gegen diese für sie neuartigen Krankheiten. Europäische Kolonisten machten sich dies zunutze, indem sie pockeninfizierte Decken an Indianer verteilten.
Quelle: "Indianer-Wiki"
markus hat geschrieben:Jeder Mensch hat seine Daseinsberechtigung und jedes Volk, mag es noch zu unbedeutend, wild und unzivilisiert sein, bedarf der Achtung und Respekt der anderen Völker. Wir alle sind es wert zu leben, keiner ist besser oder schlechter, auch kein Volk.
Karl May sah das übrigens, nebenbei bemerkt, offenbar anders. M.E. auch im Spätwerk noch. So ganz hat ihn eine gewisse Herrenmenschen-Mentalität offenbar nie verlassen. Wir sollten ob der Versöhnung mit Tangua usw. nicht allerhand andere Töne übersehen (oder sozusagen der Einfachheit oder Gefälligkeit halber in die symbolische Ecke zu drängen versuchen), die da sonst noch so durchs Buch schwirren.
markus hat geschrieben:Eine wirkliche hochkulturelle zivilisierte Gesellschaft würde das erkennen und auch achten.
Ob nun hochkulturell zivilisiert oder nicht, das bleibt sich gleich, wenn sie nur, ich würde eher sagen: spirituell ist, auch wenn bei dem Wort dann wieder die Leut', die damit nichts anfangen können, sich köstlich amüsieren werden ... Sagen wir es anders, statt spirituell: bewußt, von hochentwickeltem Bewußtsein. Aber ob es eine solche Gesellschaft je geben wird ? "Es können ja nicht alles kleine König Ödipusse sein" hat mal jemand sehr schön zu mir gesagt ... :roll:
Zuletzt geändert von rodger am 25.7.2009, 7:38, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Thomas Math » 25.7.2009, 7:31

Ich habe die Amerikaromane Mays mal abgesehen vom WR das aber in Mexiko spielt nie gemocht.Der Hermaphrodit Winnetou war mir immer zuwider.

Ich vermute mal, dass die allerwenigsten US Amerikaner (und hier seien solche mexikanischer Abstammung ausgenommen)indianisches Blut haben.Obwohl es ganz vorteilhaft ist,wenn man eine Sioux Urgrossmuter oder einen Navajo Grossonkel hat wenn es um Collegebewerbungen oder Sozialhilfeantraege geht.
Mein Schwiegervater hat jahrelang behauptet er haette Cherokeevorfahren wobei die alle aus Schottland kamen.
Cherokee weil dieses Volk als das erfolgreichste gilt und natuerlich auch das groesste ist.Es ist fast schon chic Cherokeeblut zu haben.

US Indianer sind kostenlos krankenversichert,zahlen kein Geld fuers Studium and haben erleichterten Zugang zur Sozialhilfe.
Sie haben auch die hoechste Rate von Alkoholismus, unehelichen Kindern,Syphilis,Gonorrhoea,Uebergewicht,Arbeitslosigkeit und Leberzirrhose.Keine edlen Wilden sonderen eher betrunkene,geschlechtskranke,arbeitscheue Mitbuerger mit Kindern fuer die sie nicht aufkommen.
Mein Sohn hat Winnetou I nachdem er das Buch gelesen hatte mit den Worten kommentiert ,das sei wohl ein Fantasy Roman,er kannte im Gegensatz zu May echte Apachen,seine Grossmutter lebte lange in New Mexico.
Mays Indianerbild ist voellig falsch,wenn er deshalb als Quelle fuer des Deutschen Indianerromantik angefuehrt wird,wundert mich nichts mehr.
Das stimme ich lieber Rodger zu ,das May im Grunde nur ueber sich selbst geschrieben hat.In den Orientromanen ist im das auch wunderbar gelungen in den Amerikaromanen nicht.
Der steife,blutleere Winnetou und der farbige,lustige Halef.

Apropos wenn ich meinen Nachbarn unwissentlich mit Grippe anstecke,bin ich schuld wenn er daran stirbt soweit die Logik gewisser Forenbeitraege.Das mit den angeblich Pocken infizierten Decken ist eine urban legend ,heisst das wurde nie bewiesen aber immer wieder behauptet,was allerdings wahr ist,ist das viele Indianer Infektionskrankheiten erlegen sind,weil ihr genpool zu klein war,evolution in action koennte man zynisch anfuehren.

Von Entschuldigungen spaeterer Generationen fuer reelle oder imaginaere Verbrechen ihrer Vorfahren halte ich gar nichts,dann kann man auch Sippenhaft nicht ablehnen.
Haben sich die Mongolen bei den Russen,die Russen bei den Polen und Tschechen,die Briten bei der halben Welt,die Franzosen bei den Deutschen und Spaniern entschuldigt.
Wie ich lese gilt Napoleon bei den Franzosen als Held trotz seiner kriminellen Eroberungskriege wo bleibt denn da die Logik.

Im 19.Jh haben alle groesseren zivilisierten Nationen Eroberungskriege gefuehrt,aber dadurch wurden rueckstaendigen Voelkern auch die Vorteile fortschrittlicher Kulturen beigebracht.Auch Rom war eine Kultur die auf Sklaverei Gewalt und Eroberung aufgebaut war, brachte aber auch Frieden,wirtschaftlichen Aufschwung und ein fortschrittliches Rechtssystem.

Ich habe keine Ahnung wie gut oder schlecht franzoesische Kinderbetreung ist,aber auch fr.Statistiken belegen das gebildete und einkommensstarke Frauen dort nur 1-2 Kinder haben (immer noch mehr als im kinderfeindlichen D) aber ungebildete Frauen der muslimischen Vorstaedte 4-7 Kinder.
Fast ueberall auf der Welt haben gebildete und damit oft auch wohlhabende Frauen weniger Kinder als ungebildete.In D liesse sich das auf die Formel reduzieren.Reich faehrt in den Single Urlaub nach Mauritius, Hartz IV saueft und zeugt Kinder.
Die Kinderbetreuung in den USA ist im uebrigen grossartig,aber natuerlich kostet sowas auch und im Grunde muessen die Eltern dafuer aufkommen nicht der Staat,was auch gut so ist.

Die Bellkurve der Intelligenz verschiebt sich immer mehr nach links.Der Mensch hat es geschafft den Fortschritt der Evolution ins Gegenteil umzukehren.Nicht mehr die besten(intellektuell,finanziell)Menschen haben Kinder sondern die unfaehigsten (ungebildet,finanziell von den Errungenschaften anderer abhaengig).
Wobei ich zugebe das gerade in D eine grosser Egoismus gerade bei den Gebildeten zu herrschen scheint,Selbstverwirklichung mit 2-5 Kindern geht nicht.


Nur mal so aus Interesse wer hier hat denn Kinder, und wer mehr als eins ?
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 25.7.2009, 9:29

Wenn ich in den nächsten Wochen nichts mehr von mir hören lasse, so nicht deswegen, weil mich Thomas Math nun plötzlich überzeugt hätte. :wink:

Ein bisschen Erholung tut mir aber gut, so fahre ich also in Urlaub. Leider nicht in die USA zu den Indianer-Reservaten, nur ins Allgäu zu den dortigen Ureinwohnern. :wink:

Euch/Ihnen allen wünsche ich eine gute Zeit
Hermann Wohlgschaft
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von markus » 25.7.2009, 11:49

Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:
Ein bisschen Erholung tut mir aber gut, so fahre ich also in Urlaub. Leider nicht in die USA zu den Indianer-Reservaten, nur ins Allgäu zu den dortigen Ureinwohnern. :wink:
Auch hier wieder, das Glück liegt in den kleinen Dingen.

Aber Allgäu...Oberstdorf, Nebelhorn, Breitachklamm, Sonthofen, Burgberg, Grünten, Blaichach, Immenstadt, die Schlösser, die Wieskirch...mmhhh...überall schon gewesen, vieleicht irgendwann mal wieder. Auf jeden Fall viel Spaß und gute Erholung Herr Wohlgschaft :) .
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von rodger » 25.7.2009, 17:26

Lieber in Fischen ...

Das könnte übrigens ein guter Werbeslogan sein, lieber dortiger Oberbürgermeister, Marketingbeauftragter oder Fremdenverkehrsverein, doch, das hat was. Zielgruppenübergreifend interpretatorisch variabel. (Aber nicht die Pünktchen weglassen, bitt'schön, wir sind ja nicht bei der HKA.) - Fischen ist bekanntlich ein Ort zwischen Altstädten und Oberstdorf, da kommt man durch, wenn man den schönen Wanderweg zwischen den beiden genannten Orten langgeht. Ich muß das wissen, habe da vor gut zwanzig Jahren mal Urlaub gemacht. Aber nicht in Fischen, sondern in Altstädten, und sah entsprechend alt aus. - Kurze Zeit vor jenem Urlaub hörte ich übrigens in einem Programm von Hanns Dieter Hüsch die Formulierung "Allein im Weltall". Die habe ich auch mit auf die Reise genommen und abgewandelt zu "Allein im Allgäu" ...

:lol:

Ja, nie den Humor verlieren. Zurück zu 'Vertreibung und Reservate'.

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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von sven.becker.kiel » 25.7.2009, 18:41

Thomas Math schrieb:

Oh nein, wir leben nicht "im kinderfeindlichen D"; nicht jeder Staat, der nicht ausdrücklich kinderfreundlich ist, ist damit automatisch kinderfeindlich. Und seien Sie sicher: das Thema 'Kinder' ist, wie überall, so auch in D, viel zu 'ergiebig', als dass es nicht über alles erträgliche Maß instrumentalisiert würde. Es gibt nur allzuviele Interessengruppen, die mit der Mär vom kinderfeindlichen D ihr wirtschaftliches und/oder politisches Süppchen kochen. Es vergeht kein Tag, an dem einem in D nicht ein Teller dieser bräunlich-völkischen Gesinnungsbrühe mit einer Prise Kindchenschema vorgesetzt wird. Die Apachen & Co. mögen auch ihre Fruchtbarkeitsriten gehabt haben, aber die können gar nicht so geschmacklos gewesen sein, wie das, was uns heute 'geboten' wird.

Einen "Fortschritt der Evolution" zum 'Besseren' gibt es wohl nicht; auch wenn die Begriffe E-Volution und Ent-Wicklung es nahe legen: der damit bezeichnete Vorgang ist kein zielgerichteter, vorgezeichneter Prozess, sondern vielmehr ein ständiges Verändern vorhandener und Aussortieren aktuell unbrauchbarer genetischer wie kultureller Ausstattung. Dies zeigt sich ja gerade an den "unfaehigsten (ungebildet,finanziell von den Errungenschaften anderer abhaengig)", die eben doch zu etwas fähig sind, nämlich: sich als Parasiten einer Gesellschaft zu etablieren und die angeblich "besten(intellektuell,finanziell)Menschen" als Wirte zu benutzen. Hier könnte man eher die Unfähigkeit der Wirte bedauern, die Parasiten abzuschütteln. Ich nehme an, dass man auch in dieser Hinsicht sozialhygienisch von den Indsmen noch etwas lernen könnte.

Und: wie kommen Sie denn darauf, "das gerade in D eine grosser Egoismus gerade bei den Gebildeten zu herrschen scheint"? Wenn jemand in freier Entscheidung ein Leben "mit 2-5 Kindern" führt, ist das dann keine "Selbstverwirklichung"? Tangua hat sich vielleicht gerade in seinen (mindestens) 2 Kindern selbst verwirklicht und Winnetou (keine Kinder?) eben darauf opferbereit verzichtet.

Abendliche Grüße

Sven
Zuletzt geändert von sven.becker.kiel am 25.7.2009, 21:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von markus » 25.7.2009, 20:05

Im Grunde wollte ich auch erst Fischen mit in die Aufzählung nehmen, aber dann hab ich mich selbst bearbeitet und nur die Orte aufgezählt wo ich auch wirklich war, durch Fischen bin ich nur durchgefahren :wink: .

Zurück zum Thema muß ich sagen daß am 6. August eine Komödie im Kino kommt die das Thema Integration von Gastarbeitern der 60er Jahre ein wenig auf die Schippe nimmt. Er heißt "Maria, ihm schmeckts nicht.". Dieser Film ist auch für Rüdiger interessant, er ist nämlich teilweise in meiner Heimatstadt gedreht worden, es ist der Hauptbahnhof zu sehen und das alte Dujardin-Gebäude (das übrigens öfters schon in Filmen vorkam, u.a. in "Das Wunder von Bern"), seine alte, kurze, berufliche Wirkungsstätte :wink: :lol:
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 25.7.2009, 20:09

Da ich erst morgen früh ins hinterste Allgäu zu den gesunden bayerischen Kühen :wink: fahre, möchte ich mich doch noch mal zu Wort melden.

Sven Becker bezweifelt einen "Fortschritt der Evolution", da die Evolution "kein zielgerichteter, vorgezeichneter Prozess" sei. Ich weiß, dass viele Physiker und Biologen so denken, aber keineswegs alle! Ist die allmähliche Entstehung des Lebens, der immer höheren Formen des Lebens und schließlich des zur LIEBE fähigen Menschen denn einfach nur Zufall? Es mag ja sein, dass nicht alles "vorgezeichnet" ist. Aber muss das heißen, dass die Evolution insgesamt völlig ziellos ist?

Im Verständnis Karl Mays, aber auch im Verständnis namhafter moderner Wissenschaftler hat die Evolution ein Ziel, nämlich die LIEBE, die - als göttliche Liebe - zugleich die Triebkraft der Evolution ist. Dass Thomas Math u. a. dies für Unsinn halten, ist mir klar. Mir aber scheint die Sichtweise des frühen wie des späten Karl May - im Prinzip, nicht in allen Details - durchaus plausibel.

Im Thread "Das Buch der Liebe" (unter "Frühwerk") hatten wir diese Diskussion allerdings schon relativ ausführlich. Wen das Thema - auch im Blick auf Karl May - interessiert, möge dort nachlesen.

Und was hat das mit den Indianern bzw. ihrer Vertreibung und Ausrottung zu tun? In 'Winnetou IV' verheißt der Autor - wie oben schon gesagt - gerade den Indianern eine große Zukunft, eine Zukunft in Richtung Versöhnung und Liebe.
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von sven.becker.kiel » 25.7.2009, 20:57

Herr Wohlgschaft fragte: "Ist die allmähliche Entstehung des Lebens, der immer höheren Formen des Lebens und schließlich des zur LIEBE fähigen Menschen denn einfach nur Zufall?"

Das mit den "immer höheren Formen" riecht ein wenig zu sehr nach Werturteil.
Und: warum "einfach nur Zufall"? Würde die Existenz liebesfähiger Menschen dadurch abgewertet, dass sie 'zufällig' ist? — Wie Sie schreibe ich die LIEBE groß, gebe jedoch zu bedenken, dass diese nur zu oft Mittel und (ach!) zu selten das Ziel ist; auch hier ist nicht immer das drin, was außen drauf steht.

Mit der "göttliche[n] Liebe - zugleich die Triebkraft der Evolution" machen Sie aber ein ganz großes Fass auf, das uns noch weiter als eh' schon aus den Reservaten vertreibt: Wenn da so etwas ist wie 'göttliche Liebe', warum dann überhaupt eine Evolution? — Warum nicht gleich, von Anfang an, "eine Zukunft in [Richtung] Versöhnung und Liebe"? Wäre das zuviel verlangt von einer Instanz 'göttlicher Liebe'?
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von rodger » 25.7.2009, 23:13

Das geht so etwa in die Richtung dieses abgedroschenen Unsinns wie "Wie kann ein Gott so etwas zulassen" usw. ... (Winkt innerlich ab) Nicht nur die Welt, auch die Sprache und die Ratio sind "gebrechliche Einrichtungen", und mit Nur-Kopf-Menschen ist bei manchen Dingen weder gut Kirschen essen noch sinnvoll dischputieren, des lassen wir besser.

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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Thomas Math » 26.7.2009, 3:36


Das mit den "immer höheren Formen" riecht ein wenig zu sehr nach Werturteil.
Und: warum "einfach nur Zufall"? Würde die Existenz liebesfähiger Menschen dadurch abgewertet, dass sie 'zufällig' ist?


Herr Becker hat recht Evolution ist natuerlich nicht zielgerichtet und man koennte durchaus behaupten,dass eine Kakerlake angepasster und ueberlebensfaehiger als der Mensch ist.
Ich meinte nur,dass sich der Mensch bisher immer mehr zu intelligenteren Wesen entwickelt hat ,vom Homo erectus mit seinen Steinwerkzeugen zum Homo sapiens sapiens.
Genau diese Entwicklung kommt aber zum Stillstand wenn mehr und mehr Kinder von Eltern mit beschraenkter Intelligenz geboren werden.
In der Natur setzt sich nicht immer der Staerkste aber oft der Kluegste durch und pflanzt sich dann auch fort bei den Menschen gibt es solch eine Auslese nicht mehr.

Liebe als Ziel der Evolution,da kraeuseln sich meine Haare,wer sagt im uebrigen das der homo sapiens neanderthaliensis nicht geliebt hat,hat ihm allerdings nichts genuetzt.
Vielleicht liebt ja auch die oben erwaehnte Kakerlake jedenfalls wird sie uns alle ueberleben,vielleicht ist Gott ja eine riesige Kakerlake,wer weiss.

Da gefaellt mir der Spruch "There's probably no God. Now stop worrying and enjoy your life." .

und mit Nur-Kopf-Menschen ist bei manchen Dingen weder gut Kirschen essen noch sinnvoll dischputieren, des lassen wir besser.



Und emotionale Menschen argumentieren unlogisch und haben in der Vergangenheit schon so manchen Krieg verursacht.
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von rodger » 26.7.2009, 8:17

Thomas Math hat geschrieben:
und mit Nur-Kopf-Menschen ist bei manchen Dingen weder gut Kirschen essen noch sinnvoll dischputieren, des lassen wir besser.



Und emotionale Menschen argumentieren unlogisch und haben in der Vergangenheit schon so manchen Krieg verursacht.
Die morgendliche Kurz-Analyse;

da ich "Nur-Kopf-Menschen" geschrieben hatte, wäre "Nur-xy-Menschen" m.E. die adäquate Entgegnung gewesen, wobei bei xy "intuitive" statt "emotionale" der etwas passendere Ausdruck gewesen wäre. - Aber wer ist schon NUR Kopf-Mensch oder NUR intuitiv. Insofern war mein Ausdruck "Nur-Kopf-Menschen" schon etwas unpräzise. Aber manchmal muß man halt ein wenig vereinfachen ...

Der Verstand ist ein ganz ordentliches Mittel, wenn man sich mit Dingen wie Mathematik, Logik, Zahlen, Analysen usw. beschäftigt. Dann kann er durchaus eine reizvolle Angelegenheit sein. Der Denkfehler oder Irrtum vieler Menschen besteht darin, ihn sozusagen als letzte Instanz zu betrachten. Wir verlassen uns ja auch z.B. auf unsere Augen und kommen auch ganz gut damit zurecht, wenn wir aber mal durchs Mikroskop schauen, dann müssen wir feststellen, daß wir eigentlich von morgends bis abends sozusagen nicht richtig gucken ... und so ähnlich ist das auch in Sachen Verstand.

Das mit dem Verursachen von Kriegen wäre ein Thema für sich ... so ähnlich wie das Verursachen des Losfahrens der Autos durch das Grünwerden der Ampel. Hatten wir schon mal. Wenn nun die EU-Kommission oder wer auch immer aus Langeweile oder Jux & Dollerei auf die Idee käme, die Regelung umzudrehen, also halten bei Grün und Losfahren bei Rot, dann verstünde der Beobachter vom Mars die Welt nicht mehr ...
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Re: Vertreibung und Reservate

Beitrag von Doro » 26.7.2009, 15:36

Thomas Math hat geschrieben: Keine edlen Wilden sonderen eher betrunkene,geschlechtskranke,arbeitscheue Mitbuerger mit Kindern fuer die sie nicht aufkommen.
Ziemlich pauschalierend und verallgemeinernd...
Fast ueberall auf der Welt haben gebildete und damit oft auch wohlhabende Frauen weniger Kinder als ungebildete.In D liesse sich das auf die Formel reduzieren.Reich faehrt in den Single Urlaub nach Mauritius, Hartz IV saueft und zeugt Kinder.
Der Mensch hat es geschafft den Fortschritt der Evolution ins Gegenteil umzukehren.Nicht mehr die besten(intellektuell,finanziell)Menschen haben Kinder sondern die unfaehigsten (ungebildet,finanziell von den Errungenschaften anderer abhaengig).
Wobei ich zugebe das gerade in D eine grosser Egoismus gerade bei den Gebildeten zu herrschen scheint,Selbstverwirklichung mit 2-5 Kindern geht nicht.
In der Tat erstaunlich, dass man in Verbindung mit Intelligenz und Bildung, die völlig andere Kultur in Frage stellt und dann auf die Bildungsquote von gerade Frauen und deren Fortpflanzungsdenken hinweist. Viele Frauen entscheiden sich unter Druck der Gesellschaft für/gegen Kinder, weil sie schlicht funktionieren müssen/wollen und mit einem künstlich produzierten Ideal der perfekten Hausfrau, Mutter, Ehefrau/Partnerin und erfolgreichen Berufstätigen schlichtweg überfordert sind. Die Trennungsquote spricht für sich, weil auch Männer mit diesem Klischee Denken grade überhaupt nicht zu recht kommen und sich selbst in Frage stellen. Die Folgen sind unübersehbar. Überhaupt finde ich in diesem Zusammenhang die Diskussion fast schon polemisch, weil der Aspekt Kinder ja/nein und wenn ja wie viele zur Debatte steht, jedoch nicht, dass eine gebildete und intelligente Frau immer noch in Bezug zum Mann, bei gleicher Leistung, gleicher Qualifikation und Können, nachteilig bei Karriere und Gehalt behandelt wird. Das ist ein Fakt, warum sich eine Frau für oder gegen Kinder entscheidet und in welcher Zahl, das hat viele Gründe, die niemand wirklich ausfindig machen wird. Dies jeweils auf die Bildung zu reduzieren wird dem Thema nicht gerecht und lässt einen Rückschluss auf die Kultur als Ganzes nicht zu.

In einer, sogenannten, primitiven Kultur trägt jeder seinen Anteil zum Wohlergehen der Gemeinschaft bei. Nach seinen Fähigkeiten und seinem Können. Wer schon einmal einen Intertribal mittanzen durfte, kann feststellen, dass sich die Geschwindigkeit nach dem langsamsten Teilnehmer richtet, nicht nach dem schnellsten. In unserer, ach so wunderbar, zivilisierten Kultur einer Ellenbogen- und Machtbesessenen ‚Gemeinschaft’ zählt nur der schnellste, stärkste, egoistischste. Mit der Folge, dass alte Menschen abgeschoben werden, wie ein altes Möbelstück, dass man zum Sperrmüll bringt.Und gerade das ist die Generation, die sich dafür eingesetzt hat, dass es zu unserer Wohlstandsgesellschaft kam, ohne sich zu schonen und auf Selbstverwirklichung und dergleichen zu setzen. Hier wurden Kinder noch selbst erzogen und nicht in Einrichtungen abgestellt. Wenn die Kinder dann den Vorstellungen nicht entsprechen hat man ja eine bequeme Entschuldigung, weil die Einrichtung bzw. deren Personal unfähig ist. Egal, ob Kindergarten, Schule oder was auch immer, es sind die Erzieher, die dann nicht richtig geschult oder unvermögend sind. Ist doch toll, wenn ich selber keine Fehler mache/machen kann. Jugendwahn und Statusdenken, sowie Adrenalinjunkies sind Früchte eines Strebens, die Bestandteile des Lebens, zum welchen z. B. auch der Tod gehört, einfach verdrängen und verleugnen und dann mit eben einem solchen Leben absolut überfordert sind. Medikamentenabhängigkeit, Burn Out etc. schon bei jungen Menschen, da sollte man sein Weltbild schon mal hinterfragen und sich nicht hinter Wissenschafts-, Bildungs-, oder Intelligenzphrasen verstecken.

Es gibt hier in D genug Akademiker, die noch nie etwas gearbeitet haben, weil sie so super intelligent sind, dass sie erst gar nicht damit anfangen. Die denken, die ganze Welt hat nur auf sie gewartet und dann feststellen müssen, dass auch dort harte Arbeit gefragt ist und nicht nur hohes oder besseres Wissen. Viele hoch Gebildete, die in der Realität nicht zu recht kommen, weil sie für ein normales Leben zu wenig Pragmatismus und Realitätsdenken haben und sich dann vom verachteten, gemeinen Fußvolk ernähren lassen.

Wir haben es in der Tat weit gebracht in unserer Leistungsgesellschaft und deuten mit dem Finger auf eine Kultur, die wir nicht mal mehr im Ansatz verstehen, oder auch nur nachvollziehen können. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind richtig gut!

Es hat mit Verherrlichung und Überhöhung nichts zu tun, wenn man sich darüber klar wird, dass man vom Dümmsten noch was lernen kann und man denn gewillt ist über das Brett vor seinem Kopf zu blicken.
Schon Paracelsus wusste:
Wer glaubt alle Früchte reifen mit den Erdbeeren, versteht nichts von den Trauben…
People may hate you for being different and not living by society’s standards, but deep down they wish they had the courage to do the same. (Kevin Hart)
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