Robert Arden

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StefanS
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Robert Arden

Beitrag von StefanS » 10.4.2007, 9:49

Hallo zusammen,

ich habe mir vor wenigen Wochen "Sergeant Berry" aus dem KMV gekauft, weil es optisch gut zu den grünen Bänden passte. Nachdem ich es gelesen hatte (wovon ich aber nicht gerade sehr begeistert war), stellte ich mir die Frage, wer Robert Arden eigentlich war (oder ist).
Die Internetrecherche ergab leider nur, welche Werke er noch geschrieben hat, z.B. "Buck schießt zuviel" oder "Die Jacht Isabel".

Weiß jemand etwas Genaueres über diesen Schriftsteller oder seine Werke, gibt es vielleicht sogar Bücher über ihn ?

Vielen Dank
Stefan
Wolfgang Wiesheier
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Beitrag von Wolfgang Wiesheier » 17.4.2007, 22:27

Bei Robert Arden handelt es sich um Robert Heymann (oft mit dem Zusatz "junior.", um ihn vom ebenfalls schreibenden Vater gleichen Namens abzugrenzen), geboren 1901 und gestorben 1963. Er hat meist Krimis oder Western geschrieben, wobei die in der Reihe "Welt der Abenteuer" erschienenen Texte, neben den von Ihnen schon genannten noch "Gold in New Frisco" und "Episode in Texas", (vermutlich bearbeitete) Neuausgaben älterer Titel sind. Biographisches ist über ihn, soweit ich weiß, bisher kaum bekannt geworden.

Wolfgang Wiesheier
JennyFlorstedt
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Beitrag von JennyFlorstedt » 18.4.2007, 6:36

Spontanes googeln erbrachte folgenden Treffer. Sehr eigenwilliger Retcliffe-Hinweis. :)

http://www.literaturport.de/index.php?i ... l_opt%5D=1

ta
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Grafenberg
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Beitrag von Grafenberg » 18.4.2007, 9:34

nur als kleine zusätzliche Info:

die meisten seiner Krimis und Abenteuerromane erschienen vor dem 2. WK zuerst im Ullstein Verlag Berlin, erste Nachkriegsausgaben waren dann in den Verlagen für die Leihbüchereien zu finden.


viele Grüße
Thomas Grafenberg

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StefanS
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Beitrag von StefanS » 18.4.2007, 20:06

Danke für die Antworten.
Es ist schade, dass über Robert Heymann kaum noch etwas zu erfahren ist. Vielleicht ist es aber auch verdient, dass man ihn vergessen hat (er hätte besser etwas Anderes als Schriftsteller werden sollen; seine Ideen sind zwar manchmal gar nicht schlecht, haben aber einen sehr kitschigen und kolportagehaften Anstrich, ebenfalls sein Schreibstil).

Gruß
Stefan :oops:
Kurt Altherr
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Beitrag von Kurt Altherr » 18.4.2007, 21:54

Ein etwas zu hartes Urteil, lieber StefanS.

Abgesehen davon, das ich den Roman "Sergeant Berry" mehrfach mit großem Genuß gelesen habe, sollte festgehalten werden, das Robert Arden vor dem 2. Weltkrieg ein recht bekannter Autor war.

Immerhin wurde der von mir geannte Roman 1938 von Herbert Selpin mit Hans Albers in der Titelrolle erfolgreich verfilmt.
StefanS
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Beitrag von StefanS » 19.4.2007, 18:16

Das ist allerdings wahr. In den 70ern gab es, soweit ich weiß, auch eine Fernsehserie namens "Sergeant Berry", deren erste Folge dem Inhalt von Robert Ardens Buch enspricht.
Außerdem möchte ich klarstellen, dass ich wirklich nicht beabsichtigt habe, irgendjemandem die Freude an Robert Ardens Büchern zu rauben. Sie lesen sich ja wirklich gut und enthalten auch die eine oder andere schöne Idee. Nur mein Fall sind sie wegen ihres schon erwähnten kolportagehaften Anstrichs nicht.

Gruß
Stefan :wink:
Wolfgang Wiesheier
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Beitrag von Wolfgang Wiesheier » 19.4.2007, 23:35

Zu dem Eintrag bei literaturport.de ist festzuhalten, daß dort, wie sonst auch mehrfach zu beobachten, Vater Heymann (1879 - 1946) und Sohn Heymann (1901 - 1963) vermengt werden. Den Leuten vom Literaturport wird man keinen Vorwurf machen können, geben sie doch nur das wieder, was sogar in renommierten Sekundärwerken verzeichnet ist: Im "Kosch" (Deutsches Literatur-Lexikon, 3. Auflage, Francke, 1968 - 1999) befindet sich (Band VII, p.1134) ein Eintrag über einen "Heymann, Robert ... * 29.3.1879 Berlin, + 19.7.1963 ebd.". Die angehängte Bibliographie nennt dann konsequenterweise Werke aus dem Zeitraum von 1911 bis 1962.

Der Retcliffe-Hinweis hingegen ist so eigenwillig nicht. Heymann senior gehörte zu den sogenannten Pseudo-Retcliffes, also denen, die unter dem Pseudonym Sir John Retcliffe, manchmal mit Zusatz, schrieben, um zu suggerieren, es handele sich um ein Werk des richtigen Retcliffe (= Hermann Goedsche, 1815 - 1878) oder jedenfalls um ein Werk, das in dessen Tradition steht. Heymann senior verwendete das Pseudonym mit Zusatz "der Jüngere". Interessant ist, daß auch dies zu Irrtümern in renommierten Literaturlexika geführt hat. Im "Quellenlexikon zur deutschen Literaturgeschichte" von Heiner Schmidt etwa wird (Band 13, p.73) eine Erörterung des bekannten Goedsche-Romans "Puebla" in Klotz' Monographie "Abenteuer-Romane" als Besprechung über ein Werk von Heymann geführt.

Von Robert Arden habe ich bisher keine Zeile gelesen, mag mir daher kein Urteil anmaßen, möchte aber feststellen, daß seine Bücher jedenfalls bei Sammlern nicht besonders begehrt sind. Die von ihm bearbeiteten Genres waren in der Reihe "Welt der Abenteuer" meiner Meinung nach ohnedies fehl am Platz.

Wolfgang Wiesheier
JennyFlorstedt
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Beitrag von JennyFlorstedt » 20.4.2007, 8:23

Vielen Dank für den Beitrag.
Dass es überhaupt Pseudo-Retcliffes gab, war mir bisher völlig unbekannt. Definitiv nicht meine Spezialstrecke. ;-)

ta
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Helmut Prodinger
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Beitrag von Helmut Prodinger » 20.4.2007, 10:46

Retcliffe's Verleger gaben spaeter dem Namen immer den Zusatz
"Verfasser des Romans Sebastopol" oder so aehnlich, um gegen
die Irrefuehrung der Leserinnen anzukaempfen.
Interessant ist das Buch ueber Retcliffe von Volker *** (Name augenblicklich entfallen), das zunaechst als Habilitationsschrift diente,
nun aber im Buchhandel erhaeltlich ist.
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