Michael Klein, Das weiße Schweigen

FoxMulder
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Beitrag von FoxMulder » 28.7.2006, 18:47

Nun, eine gute Biographie würde ich Ihnen trotzdem empfehlen - die beste stammt von seiner eigenen Tochter Joan London "Jack London and his times", ist aber nur auf englisch zu kriegen und hier sicherlich vergriffen. Da Sie aber offensichtlich in USA leben, empfehle ich Ihnen einen Ausflug nach Glen Ellen auf die Beaty Ranch. Kurz vor Glen Ellen (einem netten verträumten Städtchen in Sonoma County, California) gibt es das Jack London Village. Da gibt es nicht nur ein klasse Restaurant mit hervorragender französischer Küche, sondern auch einen Jack London Bookstore voller Überraschungen. Joans Buch gibt es sicher noch im Dutzend.

Deutsche Biographien gibt es leider nur wenige, und sie taugen nicht besonders viel, auch wenn sie teilweise spannend sind. Zu erwähnen wäre noch "Jack London' women" oder "American Dreamers", beide von Clarice Stasz. Ich habe Clarice während meiner Recherchen in der Bay Area kennen gelernt: tolle Bücher, sie machen auch dann Spaß wenn man kein Jack London Fan ist.

Zur akademischen Medizin kann ich abschließend nur folgendes sagen: Ich respektiere durchaus Ihren Standpunkt und kenne auch die Art und Weise, wie auf Universitäten Wissen vermittelt wird. Grundsätzlich ist an einem kritischen Studium nichts auszusetzen, und schließlich verdanken wir dem kritischen wissenschaftlichen Geist unser aufgeklärtes Zeitalter. Ich rede hier keinesfalls einem esoterischen Eklektizismus das Wort und meine paramilitärische Ausbildung hat mich die Errungenschaften der akademischen Medizin sehr schätzen gelehrt.

Aber manchmal ärgere ich mich doch über einen gewissen Starrsinn, der dazu führt, dass man wertvolle Methoden ignoriert, die Menschen helfen können. Das beste Beispiel ist der Chefarzt einer Klinik in der eine gute Bekannte von mir als Oberärztin gearbeitet hat (Anästhesistin). Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Akupunktur. Er lachte sie dafür aus. Er lachte jahrelang wie eine Hyäne und überschüttete sie mit seinem ätzenden akademischen Spott, bis er über seinen Tennisarm zu jammern begann. Ein paar Nadeln und die Schmerzen waren nachhaltig beseitigt. Erklären konnte er sich das nicht. Aber er kam ein wenig ins Grübeln.

Ich selbst litt vor Jahren urplötzlich an einer gravierenden Gesichtslähmung, ohne jede erkennbare Ursache. Sie können sich vorstellen, zu wieviel Ärzten ich gerannt bin: Neurologen, Allgemeinmediziner, Krankenhäuser... nichts, aber auch gar nichts half, es wurde nur schlimmer. Sogar eine Akupunktur einer chinesischen Ärztin brachte keine Verbesserung. Bis dann jene Bekannte bei mir auftauchte, die gerade ein Seminar bei Dr. Yamamoto besucht hatte. Dieser amerikanische Arzt hatte eine spezielle Art der Kopfakupunktur entwickelt, die sie nun bei mir anwandte. Fünf Nadeln, drei in den Kopf, zwei in den Bauch. Nach nur 5 Minuten war mein Tonus wieder da.

Kein akdademisch gebildeter Mediziner konnte mir das bisher erklären. Die Meridiane sind physikalisch, neurologisch und anatomisch schlicht nicht vorhanden. Jede wissenschaftliche Untersuchung versagt jämmerlich, es ist in Ihren Augen also die reinste Scharlatanerie. Sorry, aber ich beharre daher auf meinem Standpunkt "Wer heilt hat Recht" und es ist mir ehrlich gesagt sowas von egal, ob meine Bekannte beweisen kann daß sie es war. Sie werden es sicher in Ihrer Ratlosikeit eine reine Koinzidenz nennen: der Tonus wäre ohnehin zu diesem Zeitpunkt wieder gekommen, ein irrwitziger Zufall, daß es ausgerechnet in jenem Moment geschah, als sie die Nadeln einstach. Nun solcherart Zufälle gibt es dann viele: jedesmal wenn ich Aspirin nehme, hören rein zufällig die Kopfschmerzen auf.
:-)

Ebenfalls nichts für ungut. Liebe Grüsse
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Beitrag von rodger » 28.7.2006, 18:57

Zwischenfrage zu den Biographien, lieber Fox: was halten Sie von der des Andrew Sinclair ? Ich habe sie gerade gelesen und war stellenweise sehr beeindruckt. Sie ist seinerzeit im Rahmen der Werkausgabe der Büchergilde Gutenberg erschienen.
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Beitrag von FoxMulder » 28.7.2006, 20:01

Ja, ich vergass sie zu erwähnen. Die ist wirklich gut. Ich habe sie seinerzeit in einem Antiquariat in San Diego erstanden (eigentlich sind alle Buchläden dort Antiquariate, Bestseller bekommt man im Kaufhaus, lol) und sogleich verschlungen. Gibts halt auch nur in englisch, oder haben Sie eine deutsche Fassung?

Auf der Jack London Seite finden Sie übrigens eine bisher unveröffentlichte JL-Biographie von Dr. Vil Bykov einem russischen JL-Experten. In Russland ist JL immer noch außerordentlich populär, es wird ja allgemein kolportiert, dass Lenin am Totenbett sich von seiner Frau die Alaskastories vorlesen ließ.

Den Link finden Sie allerdings nur auf der englischen Seite, falls er doch fehlen sollte, sagen sie nochmal Bescheid, dann forsche ich danach.
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Beitrag von rodger » 28.7.2006, 21:22

Hallo lieber Fox,

der Band ist, wie gesagt, in der [deutschen] Werkausgabe der Büchergilde Gutenberg erschienen. Die Übersetzung ist von Willy Thaler.

Beste Grüße

RW
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Beitrag von FoxMulder » 29.7.2006, 0:13

Hey RW (witzigerweise sind das auch die Initialen meines Realnames)

danke für den Hinweis, man entdeckt doch immer wieder etwas neues, selbst wenn man das Feld mehrfach abgegrast zu haben glaubt!

:-)

lG
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Beitrag von Kurt Altherr » 29.7.2006, 8:11

In diesem Zusammenhang stellt sich für mich die interessierende Frage, ob Karl May Jack London gelesen hat. Gibt es das Werke von London in Mays Bibliothek?
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Beitrag von rodger » 29.7.2006, 9:35

ob Karl May Jack London gelesen hat
Das glaube ich nicht, da London erst nach 1900 bekannt wurde. Wann es die erste deutsche Übersetzung gab, kann uns sicher Herr W. bzw. Fox Mulder verraten (ich soll keine Pseudonyme aufdecken, wurde ich gestern andernorts belehrt. Obwohl der liebe Fox das sicher nicht so eng sehen und nicht so ein Aufhebens davon machen würde).

Ich werde noch einen weiteren Thread zu Jack London anlegen. Hier ging es ja zunächst um das Buch von Michael Klein und im weiteren Verlauf unter anderem um ganzheitliche Medizin. Da noch weitere Interessenten hinzugekommen sind und das Thema Jack London noch lange nicht erschöpft ist, ist es besser, wenn es dann etwas übersichtlicher wird.
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