Franz Treller

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Helmut Prodinger
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Franz Treller

Beitrag von Helmut Prodinger » 20.12.2006, 17:08

Da hier soviel Schweigen herrscht, berichte ich ueber meine Lektuere:
Franz Treller, Verwehte Spuren. Der ist wohl von Cooper beeinfluszt, und
die Rotfelle, Rothaeute, etc. werden wohl realistischer dargestellt als bei'm
May. Alles kommt mir irgendwie bekannt vor; offenbar hat er bekannte
Motive groszzuegig ausgenuetzt.

Es hat einen leicht duemmlichen Iren, der dauern mit seinem Shillalah
herumfuchtelt, einer Hiebwaffe. Streckenweise wird Shilallah geschrieben,
aber Allah hat damit nix zu schaffen.

Englische Phrasen hat sich der Treller selbst deutsch zurechtgelegt:
"Segne meine Augen" und aehnliche Curiositaeten. Dazu laeszt er die
Leute in einem stichwortartigen Styl sprechen. -- "Ist ein Fakt" ist eine
Wendung, die er gerne hat.

Michigan ist der Schauplatz, und da hat es kein Einwohner weit zum
(Suesz-)Wasser! Boese Indianer sind Ottawas; dieser Name wird
Canada-Freunden gelaeufig sein.

Kinder, die von Indianern verschleppt wurden, hat Cooper schon:
Wish-Ton-Wish.

Etc.
Kurt Altherr
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Beitrag von Kurt Altherr » 20.12.2006, 17:42

Hallo Herr Prodinger,

in meiner Jugend habe ich Franz Treller oft und gerne gelsen, mehrfach sein Werk "Der Sohn des Gaucho". Trellers Arbeiten gefielen eigentlich mehr als die von Möllhausen, der ja immer über das gleiche Thema in Variationen schrieb.

Mal ganz direkt gefragt, Herr Prodinger, was halten Sie von Franz Treller?
Bei hrem einleitenden Beitrag wird das nicht so recht deutlich.

Viele Grüße
Kurt Altherr
Helmut Prodinger
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Verwehte Spuren

Beitrag von Helmut Prodinger » 24.12.2006, 14:23

Ich habe dieses Werk mittlerweile zu Ende gelesen. Ich will nun keine lange Abhandlung darueber schreiben, nur eine Beobachtung:

Friedrich Schiller wird als Lieblingsautor der Deutschen bezeichnet, und die Heroine Frances lernte Deutsch gar nur, um ihn im Original lesen zu koennen. Von May wird eine aehnliche Schiller-Verehrung berichtet.

Vor 100 Jahren war er wohl als mit Goethen gleichrangig eingestuft; heute gilt er wohl weniger.
Kurt Altherr
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Beitrag von Kurt Altherr » 24.12.2006, 15:13

Lieber Herr Professor Prodinger,

ich vermag nicht zu beurteilen, ob Schiller vor 100 Jahren Lieblingsdichter der Deutschen war, allein, sein Stellenwert war zu jener Zeit ungleich höher als heute.

Schiller kann durchaus als der Lieblingsdichter Karl Mays bezeichnet werden, zumal der Autor viele Schilleraufführungen in Dresden besuchte. Eine Auflistung der besuchten Aufführungen unterlasse ich, um mir den Vorwurf gewöhnlichen Abschreibens aus vorhandener Sekundärliteratur zu ersparen. :lol:

Das Schillerjahr 2005 fand in unserem Land ja eine gewisse Resonanz, die jedoch hätte größer sein können, aber in jenem Jahr - 2005 - war Deutschland mehr mit dem Kriegsende vor 60 Jahren beschäftigt, als eines seiner größten Dichter angemessen zu gedenken.

Mit freundlichen Grüßen
Kurt Altherr
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