Solferino

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Helmut Prodinger
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Solferino

Beitrag von Helmut Prodinger » 13.6.2006, 12:59

In dem Bande "Solferino" hat Sir John Retcliffe einen voellig
unnoethigen Epilog geschrieben, wahrscheinlich, um die Seiten
zu fuellen. Dann war's doch wieder zu viel, und der Verleger rueckte
auf den letzten Seiten die Zeilen naeher zusammen; auch das Papier
scheint duenner zu sein; man sieht alles durch, zu meinem chagrin.

Steuert der Epilog auf Gaeta-Warschau-Dueppel hin?

Gaeta= Aufstand in Sueditalien,
Dueppel=die frechen Daenen gegen die edlen Preu3en
Warschau=?Wohl polnische Aufstaende gegen russische Unterdruecker

Der Epilog ist sowas wie "Rih's Tod". Er giebt Retcliffen aber die
Chance, vom Tod seines geliebten Friedrich (Wilhelm 4) zu berichten.
Der juengere Brueder Wilhelm uebernimmt, zuerst als Vertreter,
dann Koenig, schlie3lich sogar Kaiser. Der hatte ne lustige Barttracht,
seht Euch doch die Photos an im Internetz. Im 3-Kaiserjahr uebernahm
kurz der einzige Sohn, auf den aber Wilhelm 2 folgte, der mit der
verkrueppelten Hand.

Friedrich Wilhelm ist ne haeufige Kombination.
Bei dem Koenig wars in der Hauptsache "Friedrich",
bei Haecklaendern aber eher "Wilhelm".
Kurt Altherr
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Beitrag von Kurt Altherr » 20.7.2006, 15:24

Hallo Herr Prodinger,

zu ihrem hochinteressanten Beitrag möchte ich gerne festgehalten wissen, dass Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) keine verkrüppelte Hand sondern einen linken verkrüppelten Arm hatte. Dies stellte nicht nur eine körperliche Behinderung des kaisers da, sondern hatte auch ganz erhebliche psychologische Auswirkungen auf sein Verhalten.

Etwas generell zu Sir John Retcliffe. Dieser muß ganz klar als Autor seiner Zeit betrachtet werden und nicht mit heutiger Betrachtungsweise. Dadurch entsteht ohne jeden Zweifel eine Schieflage zu einer gerechten Beurteilung des Autors.

Generell muß auch darauf hingewiesen werden, dass das Werk Retcliffes in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Lisa Barthel-Winkler und dessen Ehemann gravierend bearbeitet wurde.

Es müßten deshalb entsprechende Vergleichslesungen stattfinden, besonders in Bezug auf den latenten Antisemitismus.

Viele Grüße
Kurt Altherr
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