Vor 140 Jahren -Tod von Charles Sealsfield

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Gast

Vor 140 Jahren -Tod von Charles Sealsfield

Beitrag von Gast » 28.5.2004, 20:44

Vor genau 140 Jahren, am 28. Mai 1864, stirbt in der Nähe von Solothurn (Schweiz) Charles Sealsfield, mit bürgerlichem Namen Karl Postl.

Mit seinem "Kajütenbuch" ist er dem Leser noch heute ein Begriff und in die Weltliteratur eingegangen. Man vermag es heute kaum noch zu glauben, daß Sealsfield in den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts zu den meistgelesenen Autoren Europas gehörte - nach heutigen Maßstäben Bestseller schrieb. Als er 1864 starb war er allerdings schon fast vergessen.

In der Tat wirken seine Bücher für den heutigen Leser bizarr, manchmal fast grotesk.

Bei Olms in Hildesheim gibt es eine umfangreiche Werkausgabe und zwei biografische Bände von Eduard Castle, aber auch die Lebensskizze von Rudolf Beissel in seinem bemerkenswerten Buch "Von Atala bis Winnetou" verdeutlich zumindest im Ansatz sein außergewöhnliches Leben.

Viele Grüße
Kurt
wiggi
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Sealfield bei Siegismund

Beitrag von wiggi » 13.8.2004, 10:27

Hallo Leute,

über den roten KMV-Band 'Das blutige Blockhaus' aus de 1960-Jahren bin ich zu Sealsfield gestossen.

Da hier aber eine starke Einschränkung der Urtextes vorliegt - worauf übrigens der Herausgeber Beissel hinweist - , hab ich mir die fünfbändige Fassung der Amerikaromane aus dem Hendel Verlag aus den 1930-Jahren beschafft.

Ich les gerade das erweiterte 'Blockhaus', also die Brautfahrten, Pflanzerleben und momentan die Farbigen.
Ich bin zunehmend begeistert und die Anmerkung von Beissel, das sei heutzutage nicht mehr lesbar, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ich hab nun vor, alle Werke dieses Autors zu lesen. Leider sind die 'Wahlverwandschaften' nicht in der Hendel Ausgabe enthalten. Meines Wissens gibt es nur einen Neusatz von Siegismund aus den 1940-Jahren und außerdem den Reprint von Olms.

Weiß jemand, wie stark die Bearbeitungen bei Siegismund sind und ob es sich daher lohnt, sich diese Ausgabe zu beschaffen.

Viele Grüße
Ludwig Stimpfle
Mit freundlichen Grüßen
Ludwig Stimpfle
Gast

Beitrag von Gast » 13.8.2004, 21:31

Hallo Herr Stimpfle,

ich vermag es leider nicht zu beurteilen, wie stark die Ausgaben von Hendel bearbeitet sind.

Könnten Sie sich mit den Ausgaben von Olms anfreunden? Auch die beiden biogrfischen Bände von Eduard Castle sind sehr empfehlenswert.

Viele Grüße
Kurt
wiggi
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Beitrag von wiggi » 16.8.2004, 9:55

Hallo Herr Altherr,

die Hendelausgabe, die ich gerade lese, wirkt auf mich sehr erfreulich. Im ausführlichen Nachwort des 5. Bandes sind die Eingriffe in den Text erläutert. Dabei handelt es sich angeblich nur um offensichtliche Druckfehler (die in der Urausgabe anscheinend sehr zahlreich sind) und um die eine oder andere zusätzliche Fußnote (die in der Urausgabe auch schon in erheblicher Menge vorhanden waren). Sehr hilfreich ist das ,Sealsfieldlexikon' im 5.Band, aber ähnliches findet sich auch in anderen Sealsfieldausgaben, da der Autor sehr viele Fremdwörter verwendet, die heute nicht mehr in Gebrauch sind.

Das 'Blockhaus' vom KMV les ich nur parallel. Die Teile des 'westlichen Hemisphären'-Romans´, die darin enthalten sind, wurden teilweise stark stilistisch bearbeitet, kleinere Ausschweifungen entfernt, aber inhaltlich wurde nichts verändert. Nach meiner Ansicht ist das eine gelungene 'Jugend'-Bearbeitung, aber für den Genuss von Sealsfield sind die Bearbeitungen zu stark. Erfreulich hierbei ist, dass auf die Bearbeitungen ganz klar hingewiesen wird.

Ich hab einen kurzen Vergleich des 'Kajütenbuches' von Hendel mit der kürzlich bei Langen Müller (mit Unterstützung der Sealsfield-Gesellschaft) herausgegebenen Fassung gemacht. Deswegen halte ich das Nachwort von Hendel, dass nicht in den Text eingegriffen wurde, für glaubwürdig.

Leider liegen die beiden Romane 'Wahlverwandtschaften' und 'Süd/Nord' bei Hendel nicht vor. Den letzteren gibt es in einer - meines Erachtens - empfehlenswerten Ausgabe in einer österreichischen Ausgabe, Ende der 1940-Jahre, herausgegeben von Castle, in der ebenfallls nur zahlreiche Druckfehler ausgebessert worden sind, vor. Hier sind sogar die Ausbesserungen im ausführlichen Anhang dokumentiert. Man kann schon fast von ein HKA sprechen.

Meine Frage bezog sich auf die anscheinend doch krassen Bearbeitungen beim Verlag Siegismund. Nur in dieser Ausgabe liegen die 'Wahlverwandtschaften' im Neusatz vor. Kann mir darüber jemand Auskunft geben?

Ihrer Anregung, doch auf die Olms-Ausgabe zuzugreifen, kann ich prinzipiell zustimmen. Zum Lesegenuss ist mir allerdings eine druckfehlerbereinigte Ausgabe - möglichst mit Kommentar - lieber. Ich hab aber doch vor - wenn greifbar - mir den Olms zu beschaffen.

Übrigens gibt' s von Castle drei Bände,die, wie ich bestätigen kann, sehr empfehlenswert sind:
Das Geheimnis des großen Unbekannten (hab ich in der Olms-Ausgabe)
Der große Unbekannte:
1.Band: Biographie
2.Band: Briefe, Dokumente
.
Mit freundlichen Grüßen
Ludwig Stimpfle
Günther Wüste
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Charles Sealsfield

Beitrag von Günther Wüste » 20.10.2004, 17:28

Zu Charles Sealsfield gibt es 2 Gesellschaften.

Eine Deutsche ;http://www.alg.de/gesellsc/s-mitgl/charles-.htm

Seit Jahren Jahrbücher und Schriftenreihe

Eine Internationale seit Ende 2002 in Wien: http://www.literaturhaus.at/zirkular/ar ... ealsfield/

Gruss Günther
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https://silk.pl/jedwabne-poszewki-na-poduszki-8-godzin-pielegnacji-skory-i-wlosow/