Bei ZVAB aufgelesen

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rodger
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Beitrag von rodger » 21.11.2010, 11:00

Die dumpf-verklemmte Art dieses Traktats wirft ein trübes Licht auf die auftraggebende K-M-Gesellschaft und die Verfasser.

(Anmerkung eines Anbieters zu "Arno Schmidt & Karl May")

8)

(Zum Vergleich: In der Broschüre "Arno Schmidt & Karl May" widerlegen Heinz Stolte und Gerhard Klußmeier Schmidts These wissenschaftlich; May-Wikipedia)
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rodger
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von rodger » 21.11.2010, 11:11

(Das müßte natürlich heißen "versuchen [...] wissenschaftlich zu belegen", th'is clear)

(Was nun wiederum nichts über Erfolg oder Mißerfolg des Versuchs aussagen, sondern diese Frage angemessenerweise offen halten würde.)
Zuletzt geändert von rodger am 21.11.2010, 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
Hermann Wohlgschaft
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 21.11.2010, 12:07

Von Schmidts Behauptungen bezüglich einer angeblich homophilen Veranlagung Mays habe ich noch nie etwas gehalten. Die Ausführungen Stoltes und Klußmeiers sind m. E. schlüssig und richtig.
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von rodger » 21.11.2010, 12:32

Ich habe sie noch nicht gelesen, aber jetzt bestellt. Da ich mich z.B. an die Klußmeiersche Formulierung vom "Heideheiligen" unangenehm erinnere und auch Stolte mir trotz einiger Lichtblicke seinerseits einigermaßen suspekt ist, fürchte ich indes bereits vorab, daß die Formulierung mit der dumpf-verklemmten Art ihre Richtigkeit haben könnte ... vielleicht nicht gerade direkt verklemmt, aber aus einer gewissen, man könnte sagen kleinlichen und ein wenig spießigen Abwehrhaltung heraus, die alles, was sie nicht nachvollziehen kann oder will, vorsichtshalber erst einmal mit dem Ausschließlichkeitsbrustton eigener Überzeugung in Abrede stellt ... nicht sein kann, was nicht sein darf ... und dabei mit emotional bedingten, mißkreditierenden Ausgrenzungs-Äußerungen nicht hinter dem Berg hält ...
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 21.11.2010, 12:55

Was ist ein »Heideheiliger«?
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Zwockel » 21.11.2010, 13:02

Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:Was ist ein »Heideheiliger«?
Im geschilderten Fall Arno Schmidt.

Als Heideheilige sind allerdings jene Missionare zu bezeichnen, die zu Zeiten Karl des Großen die ungläubigen Sachsen unter Widukind zum cristlichen Glauben bekehrten.
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rodger
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von rodger » 21.11.2010, 13:18

Das Zitat stammt übrigens aus dem Forum von 'Karl May & Co', ich wußte selber nicht mehr wo ich es gelesen hatte, habe es aber ergoogeln können. Herr Klußmeier schrieb dort im September 2008
Ich habe die Schrift „Arno Schmidt & Karl May“ initiiert und damit den so achtbaren Heideheiligen entlarvt
:shock:
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 21.11.2010, 14:09

Diese Äußerung von Klußmeier klingt mir jetzt auch zu selbstgefällig. In der Sache aber stimme ich Stolte/Klussmeier zu.
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Helmut » 21.11.2010, 19:08

Das "Problem" des Aufsatzes von Klußmeier/Stolte scheint mir zu sein, dass sie sich einzig und allein auf die "Homosexualitäts-" These Arno Schmidts stürzen und die dann (mehr oder wenger) akribisch unter anderem durch "Quellenstudium" widerlegen.
Nur ist zum einen diese These gar nicht von A.S.. sondern von einem gewissen P. Elbogen, von dem A.S. sie übernommen hat.
Und zum anderen geht es A.S. eigentlich überhaupt nicht darum, ob May nun schwul war, oder nicht. Sondern er hat in "Sitara" im wesentlich zum einen seine autodidaktisch erworbenen "Freud-Kenntnisse" in die "Praxis" umgesetzt, und zum anderen ist "Sitara" der erste Versuch seine "Etym"-Theorie anzuwenden. (Diese zu erläutern würde jetzt zu weit führen, aber falls es gewünscht wird, kann ichs gerne versuchen; in "Zettels Traum" (der jetzt übrigens erstmalig in der Form erscheinen wird wie vom Verfasser gewünscht) von A.S. und z.b. in Wollschlägers "Herzgewächse" kann man diese Theorie in "Gänze" "bewundern".)
Wesentlich, wie ich finde, an A.S. "Verarbeitung" Mays, ist zum einen die sehr große Hervorhebung des Spätwerks (er war übrigens wohl der erste deutsche "Literat" der das Spätwerk Mays über alles gelobt hat), und seine angeblich Geringschätzung all dessen, was May vorher schrieb. Das dies nur "angeblich" so war, und was da eigentlich dahinter steckte kann man sehr gut bei Wollschlägers Aufsatz "Arno Schmidt und Karl May" nachlesen. Auch Wollschläger hielt im übrigen nicht sehr viel von dem anfangs erwähnten Aufsatz und begründet dies auch.

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Zuletzt geändert von Helmut am 21.11.2010, 19:38, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Thomas Math » 21.11.2010, 19:10

Was mich an der Diskussion stoert sind zwei Dinge,erstens,dass "wissenschaftlich" belegt wurde,das May nicht homosexuell war,wie soll denn das gehen.Es gibt zwar zahlreiche Vermutungen,aber das sogenanntes "Schwulengen"wurde noch nicht gefunden.
Ich verstehe,dass es keinerlei Zeugen oder aehnliches gibt,was Mays Sexualverhalten angeht,was wir wissen ist,dass May zweimal mit einer Frau verheiratet war,it's a safe bet to assume he was straight.
Ich haenge eher der These an,das May fuer eine Zeit in einer Dreiecksbeziehung mit 2 Frauen lebte.

Wer in Taelern und Schluchten Sexualsymbole erkennt ,muss sich fragen lassen,ob er selbst eine etwas abstruse Vorstellung von Sex hat.

Aber selbst wenn May oder Schmidt homosexuell gewesen waeren,was macht das fuer einen Unterschied ?
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von rodger » 21.11.2010, 20:45

Thomas Math hat geschrieben:was wir wissen ist,dass May zweimal mit einer Frau verheiratet war
Wir wissen z.B. auch, daß Thomas Mann einen Haufen Kinder hatte, was heißt das schon ...

:wink:
Ich haenge eher der These an,das May fuer eine Zeit in einer Dreiecksbeziehung mit 2 Frauen lebte.
Und auch das schließt / schlösse andersgeartete Neigungen nicht aus ...
Aber selbst wenn May oder Schmidt homosexuell gewesen waeren,was macht das fuer einen Unterschied ?
Eben. That's it. Ob homo-, bi- oder heterosexuell, das bleibt sich gleich ...

Der Versuch, einen [seinerzeit] hochrangigen SPD-Politiker in der öffentlichen Meinung herabzusetzen, indem man ihm Bisexualität "anhängen" wollte, scheiterte schon vor mehr als zwanzig Jahren ...

Man muß also May gegen entsprechende "Vorwürfe" gar nicht emsig "in Schutz nehmen". Es wäre ja gar nichts irgendwie "Ehrenrühriges" dabei ... man könnte solche Thesen einfach ganz entspannt zur Kenntnis nehmen und sich sagen, wer weiß, möglich ist allerhand ... (In kleinkarierter oder kleinlicher denkenden Kreisen sieht man das wohl anders, th' is clear.)
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von markus » 21.11.2010, 21:07

Sowas bescheuertes mußte ich mir auch mal vor einiger Zeit anhören. Als heraus kam, daß ich mich für Karl May interessiere, fielen gleich haufenweise Klischees in den Raum, eins davon daß Karl May schwul war. Als ich meinte, mit hoher Wahrscheinlichkeit war er es nicht, kam sowas wie: "Hast du was gegen Schwule?", oder "Was wäre so schlimm dran?". Als ob es mir darum ginge (erwähnte ich ja eben schon im anderen Thread das mit dem zuhören, nicht verstehen oder verstehen wollen).

:roll:
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von Hermann Wohlgschaft » 21.11.2010, 21:16

Markus hat Recht. Natürlich muss May nicht gegen den »Vorwurf«, homo- oder bisexuell gewesen zu sein, »in Schutz genommen« werden. Denn selbstverständlich wäre es nicht schlimm gewesen, wenn May derartige Neigungen gehabt hätte. Nur – es gibt überhaupt keinen stichhaltigen Grund für die Annahme einer homo- oder bisexuellen Prägung Karl Mays. Das ist nur haltloses Geschwätz – wohl von P. Elbogen in die Welt gesetzt und von Arno Schmidt dann verbreitet.
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von markus » 21.11.2010, 21:22

Wenn einer wie Schmidt solch eine blühende Fantasie besitzt, ist er im Grunde schon zu beneiden. Bei so manch einem blüht dort im Oberstübchen so gut wie gar nichts.
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Re: Bei ZVAB aufgelesen

Beitrag von rodger » 21.11.2010, 21:25

Mir ist es ziemlich schnurz was May in der Hinsicht nun war oder nicht war ... aber einige Stellen über küßliche Lippen, Küsse, Hand in Hand reiten usw. fallen denn doch schon auf ... und daß er schon 1875 in "Old Firehand" zum Hervorheben der Schönheit Ellens einen Vergleich mit einem männlichen Wesen bemüht, ebenfalls ...
Zuletzt geändert von rodger am 21.11.2010, 21:26, insgesamt 1-mal geändert.
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