Kanada entschuldigt sich bei Indianern

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Rene Grießbach
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Kanada entschuldigt sich bei Indianern

Beitrag von Rene Grießbach » 13.6.2008, 17:48

"Kanada entschuldigt sich bei Indianern

In einer als historisch bezeichneten Rede hat sich der kanadische Premierminister Stephen Harper bei den indianischen Ureinwohnern des Landes für jahrzehntelange Misshandlungen entschuldigt. ..."

Näheres auf www.sz-online.de/indianer


Wieder ein kleiner Schritt zu dem, was auch Karl May so sehr angestrebt hatte - das gleichberechtigte Miteinander der Völker.
Zwar ist auch durch diesen politischen Akt des kanadischen Premiers die Gleichberechtigung der Ureinwohner noch nicht erreicht, aber es ist - wie gesagt - ein Schritt in die richtige Richtung.
Hat eigentlich auch schon mal ein USA-Präsident einen ähnlichen Schritt getan???
markus
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Beitrag von markus » 13.6.2008, 21:57

So sehr ich auch gegoogelt und gewikipediat 8) habe, ich finde nichts.
Ich könnte mir Ronald Reagan vorstellen, der alte Western-Schauspieler :lol:

Aber überfällig wäre es für die USA wenns noch nicht geschah, auch wenn es wohl nicht mehr viel bringt.

Markus
Thomas Math
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Beitrag von Thomas Math » 14.6.2008, 4:48

Wozu sollte man sich fuer etwas entschuldigen,dass vor Generationen geschah.
Im Grunde hat sich doch nur eine ueberlegene Gesellschaft gegen eine Steinzeitkultur durchgesetzt.Wie es in der Geschichte der Menschheit schon immer geschah.
Wer so fuer Indianer schwaermt,der moechte sich nur mal die Zustaende in den meisten Reservaten der Plains Indians betrachten.
markus
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 11:13

Thomas Math hat geschrieben: Im Grunde hat sich doch nur eine ueberlegene Gesellschaft gegen eine Steinzeitkultur durchgesetzt.Wie es in der Geschichte der Menschheit schon immer geschah.
Auszug aus der Einleitung von Winnetou I:
Wenn es richtig ist, daß alles, was lebt, zum Leben berechtigt ist, und dies sich ebenso auf die Gesamtheit wie auf das Einzelwesen bezieht, so besitzt der Rote das Recht zu existieren, nicht weniger als der Weiße und darf wohl Anspruch erheben auf die Befugnis, sich in sozialer, in staatlicher Beziehung nach seiner Individualität zu entwickeln. Da behauptet man nun freilich, der Indianer besitze nicht die notwendigen staatenbildenden Eigenschaften. Ist das wahr? Ich sage: nein! will aber keine Behauptungen aufstellen, da es nicht meine Absicht ist, eine hierauf bezügliche gelehrte Abhandlung zu schreiben. Der Weiße fand Zeit, sich naturgemäß zu entwickeln; er hat sich nach und nach vom Jäger zum Hirten, von da zum Ackerbauer und Industriellen entwickelt; darüber sind viele Jahrhunderte vergangen; der Rote aber hat diese Zeit nicht gefunden, denn sie wurde ihm nicht gewährt. Er soll von der ersten und untersten Stufe, also als Jäger, einen Riesensprung nach der obersten machen, und man hat, als man dieses Verlangen an ihn stellte, nicht bedacht, daß er da zum Falle kommen und sich lebensgefährlich verletzen muß.

Es ist ein grausames Gesetz, daß der Schwächere dem Stärkeren weichen muß; aber da es durch die ganze Schöpfung geht und in der ganzen irdischen Natur Geltung hat, so müssen wir wohl annehmen, daß diese Grausamkeit entweder eine nur scheinbare oder einer christlichen Milderung fähig ist, weil die ewige Weisheit, welche dieses Gesetz gegeben hat, zugleich die ewige Liebe ist. Dürfen wir nun behaupten, daß in Beziehung auf die aussterbende indianische Rasse eine solche Milderung stattgefunden hat?

Es war nicht nur eine gastliche Aufnahme, sondern eine beinahe göttliche Verehrung, welche die ersten "Bleichgesichter" bei den Indsmen fanden. Welcher Lohn ist den Letzteren dafür geworden? Ganz unstreitig gehörte diesen das Land, welches sie bewohnten; es wurde ihnen genommen. Welche Ströme Blutes dabei geflossen und welche Grausamkeiten vorgekommen sind, das weiß ein Jeder, der die Geschichte der "berühmten" Conquistadores gelesen hat. Nach dem Vorbilde derselben ist dann später weiter verfahren worden. Der Weiße kam mit süßen Worten auf den Lippen, aber zugleich mit dem geschärften Messer im Gürtel und dem geladenen Gewehre in der Hand. Er versprach Liebe und Frieden und gab Haß und Blut. Der Rote mußte weichen, Schritt um Schritt, immer weiter zurück. Von Zeit zu Zeit gewährleistete man ihm "ewige" Rechte auf "sein" Territorium, jagte ihn aber schon nach kurzer Zeit wieder aus demselben hinaus, weiter, immer weiter. Man "kaufte" ihm das Land ab, bezahlte ihn aber entweder gar nicht oder mit wertlosen Tauschwaren, welche er nicht gebrauchen konnte. Aber das schleichende Gift des "Feuerwassers" brachte man ihm desto sorgfältiger bei, dazu die Blattern und andere, noch viel schlimmere und ekelhaftere Krankheiten, welche ganze Stämme lichteten und ganze Dörfer entvölkerten. Wollte der Rote sein gutes Recht geltend machen, so antwortete man ihm mit Pulver und Blei, und er mußte den überlegenen Waffen der Weißen wieder weichen. Darüber erbittert, rächte er sich nun an dem einzelnen Bleichgesichte, welches ihm begegnete, und die Folgen davon waren dann stets förmliche Massacres, welche unter den Roten angerichtet wurden. Dadurch ist er, ursprünglich ein stolzer, kühner, tapferer, wahrheitsliebender, aufrichtiger und seinen Freunden stets treuer Jägersmann, ein heimlich schleichender, mißtrauischer, lügnerischer Mensch geworden, ohne daß er dafür kann, denn nicht er, sondern der Weiße ist schuld daran...
...Da steigen viele, viele Fragen auf, vor allem die: Was hätte diese Rasse leisten können, wenn man ihr Zeit und Raum gegönnt hätte, ihre inneren und äußeren Kräfte und Begabungen zu entwickeln? Welche eigenartige Kulturformen werden der Menschheit durch den Untergang dieser Nation verloren gehen? Dieser Sterbende ließ sich nicht assimilieren, weil er ein Charakter war; mußte er deshalb getötet, kann er nicht gerettet werden? Gestattet man dem Bison, damit er nicht aussterbe, ein Asyl da oben im Nationalpark von Montana und Wyoming, warum nicht auch dem einstigen, rechtmäßigen Herren des Landes einen Platz, an dem er sicher wohnen und geistig wachsen kann?
Darüber kann diese überhebliche, über alle Zweifel erhabene, arrogant und hochmütige (aber innerlich selbst in der Steinzeit stehen gebliebende) "überlegene" (aber nicht überlegende) Gesellschaft mal nachdenken wenn sie mal kurz Zeit hat.

Markus
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Helmut
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Beitrag von Helmut » 14.6.2008, 11:18

Und außerdem ist ja gerade dies
Thomas Math hat geschrieben: Wer so fuer Indianer schwaermt,der moechte sich nur mal die Zustaende in den meisten Reservaten der Plains Indians betrachten.
gerade der Beleg dafür, dass die US-Regierung allen Grund hat, sich bei den Ureinwohnern zu entschuldigen.

Helmut
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rodger
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Beitrag von rodger » 14.6.2008, 11:38

Thomas Math hat geschrieben: Wozu sollte man sich fuer etwas entschuldigen,dass vor Generationen geschah.
Das sieht man in anderen Ländern in halbwegs vergleichbaren Fällen durchaus anders, aber die Ansichten sind halt verschieden.
Thomas Math hat geschrieben: Wer so fuer Indianer schwaermt,der moechte sich nur mal die Zustaende in den meisten Reservaten der Plains Indians betrachten.
Na, wenn man Dich und Deine Familie ins Reservat sperrt, mit allen Konsequenzen, weiß ich auch nicht, ob Deine Nachkommen dann später noch so „gut drauf“ sind … (gelegentlich sollte man doch sein Augenmerk auch ein wenig auf Dinge wie Ursache und Wirkung lenken)
Markus hat geschrieben: diese überhebliche, über alle Zweifel erhabene, arrogant und hochmütige (aber innerlich selbst in der Steinzeit stehen gebliebende) "überlegene" (aber nicht überlegende) Gesellschaft
Eine der besten und zutreffendsten Formulierungen, die mir in fünf Jahren Foren begegnet sind. (Du musst keineswegs immer so an Deinen Fähigkeiten zweifeln, wie Du es gelegentlich zum Ausdruck bringst, lieber Markus)

Andererseits, mir hat auch schon mal jemand, der sich mit der Thematik sehr gut auskennt, dargelegt, dass die Indianer keineswegs „durch die Weißen verdorben“ wurden, sondern in der Hinsicht auch schon vorher „ganz gut dabei“ waren. Es ist wie immer, Pauschalurteil geht nicht (sic), weder pro noch contra.
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 11:57

rodger hat geschrieben:Eine der besten und zutreffendsten Formulierungen, die mir in fünf Jahren Foren begegnet sind. (Du musst keineswegs immer so an Deinen Fähigkeiten zweifeln, wie Du es gelegentlich zum Ausdruck bringst, lieber Markus)
Vielen Dank, aber das tue ich weiterhin wenns nötig ist, denn, wie es so schön heißt, ich weiß daß ich nichts weiß. Das ist mal eine Fähigkeit an der ich nicht zweifel :wink: .

Markus
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rodger
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Beitrag von rodger » 14.6.2008, 12:01

Laß uns einen Verein gründen, Die größten Kartoffeln e.V.

:lol:
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 12:07

Vieleicht kann es ja stimmen daß die Indianer dabei waren sich selbst zu Grunde zu richten (obwohl man auch da nicht pauschalisieren kann, die indianische Nation war eine so vielfältige, es gab ja auch diesen Manitu nur bei einem Volk, fragt mich jetzt nicht bei welchem) und die weißen haben ihnen nur den Rest gegeben. Aber man kann es ja nur vermuten daß es so war, wie Karl May schon selber sagte, wir wissen nicht was der Menschheit an
Kultur und Lebensform verloren ging.
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Beitrag von rodger » 14.6.2008, 12:19

In Sachen Spiritualität, über die sich so gerne mokiert wird (ich meine jetzt gar nicht eine bestimmte Person, wäre zuviel der „Ehre“, scharenweise begegnet einem das, gerade unter sich intellektuell dünkenden) waren sie uns westlichen Bewußtseinsamputierten jedenfalls voraus, da sind wir die Barbaren, Wilden oder wie immer man es nennen mag …
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 12:19

rodger hat geschrieben:Laß uns einen Verein gründen, Die größten Kartoffeln e.V.

:lol:
:lol:

Soll diese Anspielung bedeuten daß ich Vorsitzender dieses Zweifelhaften Vereins sein soll?
Glaub mir Rüdiger, es gibt noch viel verdientere Persönlichkeiten auf diesen "ehrenhaften" Titel :wink:
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Beitrag von rodger » 14.6.2008, 12:21

Nicht mal da läßt er mich Präsident werden ... langsam geht sie mir auf den Wecker, die ewige Looserei ...

:lol:
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 12:22

Von der Weisheit eines Indianers könnte sich so mancher Politiker heutzutage eine Scheibe abschneiden, aber bitte nicht zu dünn.
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Beitrag von markus » 14.6.2008, 12:24

Du passt in diesem Verein nicht rein, bist nicht dumm genug für dicke Kartoffeln :lol:
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Beitrag von rodger » 14.6.2008, 12:41

Der Dr. Prätorius ist ja bekanntlich auf folgende Weise ums Leben gekommen: auf einer Autofahrt sinnierte er mal wieder darüber, daß er nach wie vor vergeblich nach der Mikrobe der menschlichen Dummheit suche, worauf seine Frau sagte, wahrscheinlich sei er zu dumm dazu. Und da hat er so gelacht, daß er die Kontrolle über den Wagen verlor ...

:wink:
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