(Persönliche) Grundaussage

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Lola
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(Persönliche) Grundaussage

Beitrag von Lola » 24.1.2005, 18:16

Ich habe mich gefragt, was ist für euch die Grundaussage der Karl May Bücher (jetzt mal unabhängig davon was jetzt Mays Grundaussage war).

Es gibt ja viele Bücher die eine Art mitschwingende Grundaussage haben. Man kann zum Beispiel argumentieren dass eine Grundaussage von Herr der Ringe ist dass man nicht dem üblichen Klischee einen Helden entsprechen muß um heldenhaft zu sein. Oder aber man nimmt mit dass die alte Welt (die Elfen) langsam und melancholisch versinkt und der neuen Welt der Menschen weichen muß. Oder aber man sieht es als eine Geschichte über Freundschaft und Opferbereitschaft. Oder einfach dass das Gute über das Böse siegt. Wie man mag, man nimmt sich dass mit was einem am meißten liegt.

Also frage ich mich was ihr aus May mitnehmt, was für euch das beabsichtigte oder unbeabsichtige Hauptthema ist.

Für mich war immer eine der wichtigsten Grundaussagen der Karl May Bücher dass es überall gute Menschen und schlechte Menschen, Freunde und Feinde gibt. Das mag zwar nicht immer in den Geschichten selbst so gut herrauskommen, aber es ist oft das Thema der Diskussionen der Charaktäre (vor allem zwischen Halef und Kara). Weiters finde ich könnte man argumentieren dass eine andere Grundaussage ist dass ein (rechschaffener) Mensch versuchen soll etwas zu bewirken (auch wenn es am großen Gesamtbild nicht unbedingt etwas ändern kann).
Gast

Beitrag von Gast » 24.1.2005, 20:01

Wenn ich heute zusammenfasse, was mich bei der ersten May-Lektüre beeindruckt hat, dann dürfte es einmal das Hohelied auf die Freundschaft gewesen sein, die ja nicht nur zwischen den "Superstars" wie Winnetou und Old Shatterhand besteht. Zum anderen war es Mays Menschlichkeit, wie das möglichste Schonen der Feinde und das sich Nicht-Verbiegen-Lassen, auch wenn es momentan nicht zum eigenen Vorteil gereicht.

Lola schreibt dazu: "dass ein (rechschaffener) Mensch versuchen soll etwas zu bewirken (auch wenn es am großen Gesamtbild nicht unbedingt etwas ändern kann)."

Das kann ich unterschreiben.

Grüße

Rolf
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rodger
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Beitrag von rodger » 24.1.2005, 20:26

Menschlichkeit, Humor, auch mal alle Fünfe gerade sein lassen, das sind so wiederkehrende Dinge bei May, ferner natürliche Anspruchslosigkeit in Sachen „Lebensstil“ (Wohnung, Kleidung, Ernährung etc., teilweise auch in Sachen Bildung), Schlichtheit gepaart mit Weisheit, oft ein der Welt angemessenes Augenzwinkern, Clownerie im vollen Bewußtsein der Schattenseiten aller Dinge („Die Traurigkeit des Clowns“ habe ich mir mal für einen Titel ausgedacht). - Wenn er manchmal so arg pathetisch daherkommt, oder sich in Haßtiraden versteigt (Lebius), empfinde ich ihn schon mal als etwas daneben, das hat er wohl mit einem geistigen Nachfahren gemein ...

:lol:
mikel
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Beitrag von mikel » 24.1.2005, 22:15

Was mir an den Karl-May-Büchern am meisten auffällt, ist die starre Hierarchie im Rang bzw. der Bedeutung und Leistungsfähigkeit der Charaktere.
Jede neu auftauchende Figur erhält je nach ihrer Machtposition und ihren Fähigkeiten sofort eine bestimmte Position in der Hierarchie, die sich dann im Regelfall nie wieder ändert.

Ich sehe da immer wieder so ein "Schuster-bleib-bei-deinen-Leisten"- Kastendenken. Dies deckt sich auch mit der immer wiederkehrenden Verurteilung von Charakteren, die aufs schnelle Geld (sei's durch Spiel oder durch Goldsuche) aus sind.

Dies hat wohl sehr viel mit der feststehenden Hierarchie der Umwelt Karl Mays zu tun. Obwohl er hier als gesellschaftlicher Aufsteiger ja eher ein Ausnahmefall war.
Tina
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Beitrag von Tina » 31.1.2005, 18:34

Ja, das „Hohelied der Freundschaft“, wie Rolf Dernen es so schön bezeichnete war es, welches auch mich zum May-Fan werden ließ. Allerdings nicht erstmals als Leseerlebnis, sondern als Bühnenerlebnis. 8)

Winnetou und Shatterhand nehmen in diesem Zusammenhang für mich schon eine besondere Position ein. Es geht bei ihnen ja nicht nur um eine besondere Form von Anhänglichkeit, die in Männerfreundschaften wohl durchaus zu finden ist, sondern um etwas, das nur mit dem vielleicht altmodisch klingenden Wort Bruderliebe bezeichnet werden kann.

Die Erfahrung einer unbedingten Zuneigung, wie sie schon in der Geschwister- und Elternliebe gesucht wird: Dass ich bei dem, der mich so liebt, auf einen Vorschuss hoffen kann, welcher mich immer erst einmal positiv aussehen lässt, auch wenn ich gerade etwas Unverständliches oder gar Falsches getan habe.

Einander gleich und doch nicht gleich sein, sich ineinander finden (dein Blut fließt in meinen Adern und meines in deinen) und doch von einander verschieden sein. Diese besondere Intimität und Vertrautheit, diese schweigende Bereitschaft zu umfassender Solidarität, die ich uneingeschränkte Liebe nennen würde, bezaubert mich bis auf den heutigen Tag.

Abendgruß
Tina
Gast

Beitrag von Gast » 31.1.2005, 19:09

Hallo Tina,

es war sehr angenehm, nach vielen Monaten mittelmäßiger Beiträge in diesem Forum, Ihre Zeilen zu lesen.

So hoffe ich, in Zukunft noch viel mehr von Ihnen zu lesen verbunden mit der Hoffnung, daß sich daraus noch sehr interessante und vielfältige Diskussionen über unseren Lieblingsautoren Karl May ergeben.

Seien Sie in diesem Forum ganz herzlich willkommen. :D

Viele Grüße
Kurt
Günther Wüste
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Gefühle

Beitrag von Günther Wüste » 31.1.2005, 19:20

Einander gleich und doch nicht gleich sein, sich ineinander finden (dein Blut fließt in meinen Adern und meines in deinen) und doch von einander verschieden sein. Diese besondere Intimität und Vertrautheit, diese schweigende Bereitschaft zu umfassender Solidarität, die ich uneingeschränkte Liebe nennen würde, bezaubert mich bis auf den heutigen Tag.

Abendgruß
Tina[/quote]

Hallo Tina Sehe ich auch so empfehle dir die Bücher: Winnetou und tapferes Herz zu lesen über die ich im Karl May und Co geschrieben habe
so fühlt eine Frau zu Winnetou und versucht in Gedanken größtenteils das Auszudrücken und stirbt sogar für ihn.
Gruss Günther
wiggi
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Beitrag von wiggi » 2.2.2005, 10:23

Hallo Tina,

bist Du echt? Irgendwie erinnert mich Dein Beitrag an unangenehme Auswüchse eines Nachbarforums (Angelique, Coranzinta oder so ähnlich und andere Frauennamen).
Ich hoffe, dieses Forum bleibt von solchem Mist verschont! Falls ich Dich beleidigt habe, bitte ich um Entschuldigung.
Mit freundlichen Grüßen
Ludwig Stimpfle
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rodger
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Beitrag von rodger » 2.2.2005, 20:36

Echt oder nicht, zu Tinas Beitrag mag ich noch folgendes sagen:

diese Idee des absoluten Vertrauens hat auch schon Kleist beschäftigt, z.B. (lassen wir doch ruhig einmal ein bißchen Literaturforum einfließen, [im Exil sozusagen]). Unter Liebenden mag es angehen, aber daraus einen allgemeinen Anspruch zu machen, wäre doch etwas viel verlangt. Und auch unter Freundschaften gibt es noch jede Menge Abstufungen.
Gast

Beitrag von Gast » 2.2.2005, 21:13

Die Freundschaft zwischen Kara Ben Nemsi und Halef bzw. Old Shatterhand und Winnetou bewegt sich auf einem sehr hohen und in jeder Beziehung vorbildlichen Niveau.

Gerade in unserer heutigen Zeit wird das Wort Freundschaft sehr überstrapaziert und erreicht in den meisten Fällen nicht einmal die Qualität einer guten Bekannschaft.
Tina
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Beitrag von Tina » 2.2.2005, 21:25

Hallo Herr Stimpfle,
nein, Ihre Nachfrage "beleidigt" mich keinesfalls, sind doch auch mir die unglücklichen Wirrungen im Nachbarforum nicht ganz unbemerkt geblieben.
Tina ist Teil meines Vornamens.

Guten Abend Kurt!
Ein Lob, welches im gleichen Atemzug etwas "anderes" herabsetzt, empfinde ich als wenig erfreulich, sondern eher befremdend. :? Nichts für ungut.

Ihre obigen Worte zum Thema dieses Threats sprechen mir ganz aus dem Herzen. :D

@Günther: Vielen Dank für den Buch-Tipp!

Sich zurückziehend
Tina
Gast

Beitrag von Gast » 2.2.2005, 22:52

Sehr schade, liebe Tina, dann werde ich mich auch mal wieder zurückziehen. :( :(
karmaqueen
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Beitrag von karmaqueen » 3.2.2005, 4:43

Kurt Altherr hat geschrieben:Sehr schade, liebe Tina, dann werde ich mich auch mal wieder zurückziehen. :( :(
blöde frage, aber gilt das jetzt für alle deine pseudonyme?
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