Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

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Abu Seif
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Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 5.8.2011, 17:02

Kennt ihr schon diese Hörspiel CD:

http://www.karl-may-hoerspiele.de/germa ... enuhr.html

habe sie im Villa Shatterhand Museumslädchen erstanden und finde sie ganz unterhaltsam.

Ist ein schöner Versuch Mays kleine Gaunereien in einem für ihn positiven Lichte scheinen zu lassen. Herrlich umgesetzt wie ich finde, nur der Versuch zu sächseln wirkt bisschen aufgesetzt.

Hat Karl May überhaupt selbst gesächselt?
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Wolfgang Sämmer
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Wolfgang Sämmer » 5.8.2011, 18:20

Abu Seif hat geschrieben: Hat Karl May überhaupt selbst gesächselt?
Das „Deutsche Volksblatt“ in Wien brachte am 23. März 1912 einen Bericht zur großen Wiener Rede Karl Mays. Darin heißt es:
Lautlos still war es in der Zuhörerschaft, als der kleine graue Greis in strammer Haltung am Platze erschien. Von Beifall empfangen, gab der fast Siebzigjährige in runden Zügen ein Bild seines schrifttümlichen Schaffens in etwas zu sächsischer Mundart geneigter Sprache.
Viele Grüße!
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Abu Seif
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 5.8.2011, 18:54

besten Dank :-)
etwas sächsische Mundart, er wird in Dresden viel davon verloren haben, die Huhnsteener wie sie bei uns heißen sprechen nicht nur "Etwas" sächsisch.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Rene Grießbach » 5.8.2011, 23:06

nuja, sagen wir mal, die Huhnsteener sprechen ein etwas anderes Sächsisch als die Dresdner. Und z.B. in Leipzsch klingts ja schon wieder anders.
Aber zurück zum Thema. was die Taschenuhr, also das Hörspiel, betrifft, da stimme ich dir voll zu.
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Abu Seif
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 5.8.2011, 23:34

Bei uns kommt ja noch ein leicht erzgebirgischer Einschlag in den Dialekt. Aber Hohnstein ist schon was ganz eigenes hier, hört man sofort raus.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von markus » 6.8.2011, 0:10

Natürlich sprach er sächsisch. Seine Stimme ist sogar erhalten geblieben, auf eine Tonwalze von 1906:

http://www.fowling-bull.de/ (einfach links auf "The Master's Voice" klicken)

:wink:
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Abu Seif
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 6.8.2011, 0:15

ich bin sprachlos, das ist ja der Oberhammer. Danke.

vom Dialekt her klingt das sehr nach Erzgebirge, die heutigen Hohnsteiner sprechen anders.

Ps. das Hörspiel auf der Seite ist aber auch gut gemacht.
Zuletzt geändert von Abu Seif am 6.8.2011, 0:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von markus » 6.8.2011, 0:19

Das konnte ich doch gar nicht ahnen, was weiß ich wie Hohnsteiner und Erzgebirgische sprechen ... :o :roll:

Erwischt ... :D

Ja schade, hatte es damals auch für echt empfunden. Jedenfalls sehr gut gemacht.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von markus » 6.8.2011, 0:23

Abu Seif hat geschrieben:Ps. das Hörspiel auf der Seite ist aber auch gut gemacht.
Und das ist leider nie fortgesetzt worden. Ich und andere hätten es wohl besser bestellen müssen.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von markus » 6.8.2011, 0:26

Übrigens habe ich gerade mal geguckt, Sie wohnen ja gar nicht weit weg von Mays Geburtsstadt.
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Abu Seif
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 6.8.2011, 14:29

Habe mich noch mal zu der angeblichen May Tonwalze kundig gemacht. Alle mir bekannten May Quellen im WWW sprechen von einem Fake. Es soll angeblich eine beschädigte Walze existieren,aber diese gilt als verschollen. Mir fiel das gestern aber gleich auf, dass es sich bei diesem Dialekt um kein "Hohnsteinerisch" handelt.

Leute die nicht aus der Gegend stammen glauben sowas vielleicht, aber mir hat es die ganze Nacht keine Ruhe gelassen. :D

Ja ich wohne in St.Egidien paar Kilometer vom Geburtsort entfernt und sogar an einer "May Stätte". Von unserem Bahnhof hat man ihn ja zu einer Gegenüberstellung führen wollen und nach ein paar hundert Metern hat er in Shatterhand'scher Art seine Fessel zerbrochen und ist in den Rüsdorfer Wald geflohen. Werde die Stellen demnächst mal fotografieren.

Jetzt sind wir wieder am Anfang der Diskussion, wie sprach er nun? In den Steckbriefen wird ja immer berichtet das er sich sehr gewählt ausdrückt.


Ps. Vielleicht sollte man die Dialektdiskussion zu einem eigenen Thema machen.
Zuletzt geändert von Abu Seif am 6.8.2011, 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Helmut » 6.8.2011, 16:40

Nach meiner (bescheidenen) Kenntnis ist der Dialekt, der im Erzgebirge gesprochen wird oder wurde, kein sächsischer Dialekt, sondern er gehört zur "Sprachfamilie" des Ostfränkischen.
(So sagt auch der "Sprachenatlas".)

Helmut
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von Abu Seif » 6.8.2011, 18:20

so kenne ich das auch, das Erzgebirge und sein Vorland wurde hauptsächlich von fränkischen Siedlern erschlossen.
Aber in Hohenstein-Ernstthal spricht man nicht so ein "Erzgebirgisch", wie auf dieser Tonwalze.

May sah sich als Intellektueller, schmückte sich in seiner Hohensteiner Zeit gern mit akademischen Graden, war Lehrer und wie schon geschrieben wurde seine gewählte Aussprache auch in den Polizeisteckbriefen erwähnt. Ich glaube es wird sich wohl nach einem MDR Fernsehsprecher angehört haben, die ja auch mit aller Macht versuchen ihre Herkunft sprachlich zu verschleiern. :D
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Re: Die Taschenuhr des Anderen von Willi Olbrich

Beitrag von markus » 6.8.2011, 18:36

Es kann sich auch einer sächselnd (oder rheinisch) gewählt ausdrücken. Dagegen kann man auch mit Hochdeutsch gossenhaft reden.
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