Unter Blutsbrüdern

markus
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von markus » 1.12.2010, 11:58

Natürlich wird sie es überleben (sie hat auch die Jugendsprache deiner und meiner Generation überlebt :wink: ). Und von mir aus können sie sich jeden Tag news, messages usw. an den Kop hauen. Solange sie mich damit in Frieden lassen. An Bahnhöfen will ich keinen "Service Point" mehr sehen und vor Geschäften muß kein "Sale" stehen. Geht mir nicht nur um fremdsprachige Ausdrücke. Auch deutsche Fremdwörter die nicht zur Allgemeinbildung gehören und man erst im Duden nachschauen muß was gemeint ist, gehören verboten. Wenn ich ein Schreiben von einer Behörde, einem Gericht oder ähnlichem bekomme und ich fast jedes zweite Wort nicht verstehe, taugt dieses Schreiben nichts (höchstens für Geschäfte kloartigerweise).

8)
markus
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von markus » 1.12.2010, 12:06

Im übrigen verstehe ich die Deutschen nicht warum sie ein so großes Problem damit haben ihre eigene Sprache von aller höchster Stelle schützen zu lassen. Für die Franzosen ist das selbstverständlich. Und eigentlich bin ich davon ausgegangen (ich schaue mir nicht täglich alle Artikel des GG an) daß die deutsche Sprache schon immer im GG verankert war. Für mich war das selbstverständlich. Ich war zwar nicht schockiert, aber einigermaßen irritiert als ich von einigen Wochen oder Monaten las oder hörte, daß dem nicht so ist. Ob es hilft wenn Deutsch ins GG kommt, ist schwer zu sagen. Fakt ist aber daß es so wie bisher nicht weiter gehen darf. Diese ganzen Wortkreationen die einem den ganzen Tag um die Ohren fliegen sind am schlimmsten. An der Spitze "Handy", das es so gar nicht im englischen gibt, sondern sich ein Deutscher ausgedacht hat.
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rodger
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von rodger » 1.12.2010, 12:16

markus hat geschrieben: Für die Franzosen ist das selbstverständlich.

Franzosen u.v.a. haben ja auch nicht diese "Wir sollen uns wie geprügelte Hunde fühlen, haben das dank entsprechender Indoktrination mittlerweile bestens verinnerlicht und haben auch keinerlei Problem damit"-Mentalität. Das gibt's nur einmal ...
"Handy"
Das stört mich nicht. Übrigens ist es ja deutsch. Hänn die koi Schnua ...

:D
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von markus » 1.12.2010, 12:20

So und jetzt haben wir dem Rene seinen Thread auch schon wieder kaputt gemacht (Hauptschuldiger ich, ich gebs zu). Aber das ist auch so etwas was mich heutzutage stört (hier wie auch anderswo), daß man nicht mehr ungestraft "von Höcksken auf Stöcksken" (wie Hüsch immer gern sagte) kommen darf. Man muß also immer peinlich genau beim Thema bleiben und darf nie vom Wege abkommen (ich muß sagen, über eine übermäßige Disziplin habe ich nie verfügt). In den heutigen Talkshows (auch die am Abend) herrscht ja mittlerweile auch gähnende Langeweile. Früher wurde da noch frei von der Leber gesprochen (gequalmt natürlich auch).
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rodger
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von rodger » 1.12.2010, 12:29

markus hat geschrieben:Rene ... Thread auch schon wieder kaputt
Der Titel ist auch etwas unglücklich, diese fatalen "Blutsbrüder" erinnern mich abwechselnd an gresseliche, petzelnd brühwarm empfohlene Mayvermurxungen für Heranschwachselnde oder die, freundlich ausgedrückt, Sammelaktion eines von der Schließung bedrohten aber gleichwohl expandierwilligen Museums ... Ich hatte mittlerweile ganz vergessen, daß es um das offenbar sehr lesenswerte Buch "Winnetou August", versandkostenfrei bei Amazon bestellbar, geht, das hier gern noch einmal in Erinnerung gerufen sei.
Markus hat geschrieben:ich muß sagen, über eine übermäßige Disziplin habe ich nie verfügt
Ach ... das überrascht mich aber jetzt ...

:lol:
Früher wurde da noch frei von der Leber gesprochen
Von dem Leber. Der Leberschorsch, nicht der Hackelschorsch. Heute von der von der (sic) Leyen u.dgl. - Und da sage noch einer, früher wäre nicht allerhand besser gewesen ...

:lol:
Zwockel

Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von Zwockel » 1.12.2010, 13:25

markus hat geschrieben:Im übrigen verstehe ich die Deutschen nicht warum sie ein so großes Problem damit haben ihre eigene Sprache von aller höchster Stelle schützen zu lassen. Für die Franzosen ist das selbstverständlich. Und eigentlich bin ich davon ausgegangen (ich schaue mir nicht täglich alle Artikel des GG an) daß die deutsche Sprache schon immer im GG verankert war. Für mich war das selbstverständlich. Ich war zwar nicht schockiert, aber einigermaßen irritiert als ich von einigen Wochen oder Monaten las oder hörte, daß dem nicht so ist. Ob es hilft wenn Deutsch ins GG kommt, ist schwer zu sagen. Fakt ist aber daß es so wie bisher nicht weiter gehen darf. Diese ganzen Wortkreationen die einem den ganzen Tag um die Ohren fliegen sind am schlimmsten. An der Spitze "Handy", das es so gar nicht im englischen gibt, sondern sich ein Deutscher ausgedacht hat.
Das haben Sie sehr gut geschrieben Volle Zustimmung.

Im Vergleich zu den Franzosen ist das Nationalbewußtsein der Deutschen wenig ausgeprägt.

Vor der deutschen Reichsgründung 1871 bestand Deutschland
zwischen ca. 300 Staaten bis 1803, nach 1815 waren es immerhin auch noch 35 Staaten. Da konnte sich kein deutsches Nationalgefühl entwickeln.

Nach der Reichsgründung 1871 führte der dann zu spät gekommene weit überzogene Nationalstolz zur Katastrophe von 1945.

Heute tun sich die Deutschen schwer aus Schuldgefühlen heraus ein neues Nationalgefühl zu entwickeln, zumal in Schulen die
deutsche Geschichte oftmals auf die Jahre 1933-45 zu reduzieren.

Umso mehr ist die Sendereihe "Die Deutschen" im ZDF zu begrüßen, die hier gute Arbeit leistet.
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von giesbert » 1.12.2010, 13:52

Das hat mit Karl May ja alles nur am Rande zu tun, aber zu den sprachlichen Dingen empfehle ich nachdrücklich die Lektüre von Anatol Stefanowitschts Sprachlog und dessen Vorläufer, das "Bremer Sprachblog".

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog
http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/index.html

Wer dort ein wenig stöbert, wird schnell auf lehr- und gedankenreiche Beiträge zu Anglizismen, Sprachschützern, gesetzlich geschützte Sprache, Handy & Co stoßen.

(Hint: Stafanowitsch steht diametral zu den hier geäußerten Ansichten ;-))
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Re: Unter Blutsbrüdern

Beitrag von markus » 1.12.2010, 15:45

Zwockel hat geschrieben:
markus hat geschrieben:Im übrigen verstehe ich die Deutschen nicht warum sie ein so großes Problem damit haben ihre eigene Sprache von aller höchster Stelle schützen zu lassen. Für die Franzosen ist das selbstverständlich. Und eigentlich bin ich davon ausgegangen (ich schaue mir nicht täglich alle Artikel des GG an) daß die deutsche Sprache schon immer im GG verankert war. Für mich war das selbstverständlich. Ich war zwar nicht schockiert, aber einigermaßen irritiert als ich von einigen Wochen oder Monaten las oder hörte, daß dem nicht so ist. Ob es hilft wenn Deutsch ins GG kommt, ist schwer zu sagen. Fakt ist aber daß es so wie bisher nicht weiter gehen darf. Diese ganzen Wortkreationen die einem den ganzen Tag um die Ohren fliegen sind am schlimmsten. An der Spitze "Handy", das es so gar nicht im englischen gibt, sondern sich ein Deutscher ausgedacht hat.
Das haben Sie sehr gut geschrieben Volle Zustimmung.

Im Vergleich zu den Franzosen ist das Nationalbewußtsein der Deutschen wenig ausgeprägt.

Vor der deutschen Reichsgründung 1871 bestand Deutschland
zwischen ca. 300 Staaten bis 1803, nach 1815 waren es immerhin auch noch 35 Staaten. Da konnte sich kein deutsches Nationalgefühl entwickeln.

Nach der Reichsgründung 1871 führte der dann zu spät gekommene weit überzogene Nationalstolz zur Katastrophe von 1945.

Heute tun sich die Deutschen schwer aus Schuldgefühlen heraus ein neues Nationalgefühl zu entwickeln, zumal in Schulen die
deutsche Geschichte oftmals auf die Jahre 1933-45 zu reduzieren.

Umso mehr ist die Sendereihe "Die Deutschen" im ZDF zu begrüßen, die hier gute Arbeit leistet.
Diese Serie ist gar nicht mal so übel. So kann man vielleicht die Schüler eher dazu bringen sich für Geschichte zu interessieren. Die erste Staffel vor zwei Jahren habe ich komplett gesehen, die neue noch nicht (aber in der ZDF-Mediathek kann man sich alle Folgen nochmal ansehen, auch die alten glaub ich http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/kanalue ... utschen-II ). Man mag auch über Guido Knopp halten was man will, aber er sagte ja selber, daß die deutsche Geschichte nicht erst im Jahre 1933 begann.
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