Karl May und die Eisenbahn

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rodger
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 13:06

markus hat geschrieben:Ich meine mich zu erinnern, daß Kara und Lindsay mit dieser Bahn nach Bagdad fuhren [...]Welcher Band wars?
Das ist schon Band 3 ... aber nicht die Bagdadbahn ... (ich hab's ja sonst nicht so mit den jahreszahlen, aber die wurde, als er das schrieb, noch gar nicht gebaut, wenn ich vorhin richtig nachgelesen habe im Netz) Es war glaube ich irgend so eine "Pferdebahn", sowas kommt da glaube ich vor, muß ich gleich mal nachgucken ...
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 13:11

markus hat geschrieben: ich gar nicht mal glaube daß die das wegen Karl May so machen
Die machen gar nichts wegen Karl May ...

:mrgreen:

Umsatz. Kohle. Aus. Well.
Markus hat geschrieben:Aber die Lok in Elspe kann man trotzdem nicht mit der in Segeberg vergleichen. In Elspe das ist ne "richtige" Lok
Aber 2003 habe ich trotzdem gedacht "Wollt ihr mich jetzt auf den Arm nehmen oder was ..."

:wink:
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rodger
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 13:14

Ghadhim ist ferner merkwürdig durch eine so spezifisch abendländische Institution, daß ihr Anblick in dieser Umgebung gradezu befremdend wirkt: es besitzt nämlich eine Pferdebahn, welche ihren Ausgangspunkt am Arsenal zu Bagdad hat. Sie wurde von dem reformfreundlichen Gouverneur Midhat Pascha erbaut, welcher später in Stambul eine so hervorragende Rolle spielte. Wäre dieser Mann von seinem Posten als Generalstatthalter von Irak nicht abberufen worden, so besäße Mesopotamien eine Eisenbahn, deren Zweck wäre, die Euphrat- und Tigrisländer über die Hauptorte Syrien's hinweg mit Konstantinopel zu verbinden. Leider ist dieses hochwichtige Unternehmen bis auf den heutigen Tag Projekt geblieben.
(Von Bagdad nach Stambul, Hausschatz-Fassung; Internet)
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 13:16

Dort auch:
»Pshaw! Feigling! Aber wißt Ihr, was wir nach dem Essen thun? Fahren mit der Pferdebahn nach Bagdad und kaufen uns Kleider.«

»Ich thue mit, denn das ist sehr nothwendig.«
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von Kurt Altherr » 26.5.2010, 13:33

rodger hat geschrieben:
markus hat geschrieben: Interessant auch zu beobachten wie sich das Thema Eisenbahn innerhalb der Winnetou-Trilogie entwickelt. In "Winnetou I" wird die Strecke erst noch vermessen, alles ist noch wild, die Zivilisation tastet sich erst noch ran. In "Winnetou II" fährt sie nun, wird aber noch bekämpft. In "Winnetou III" hat sie anscheinend gesiegt, der Erzähler selbst fährt nun mit ihr wie ein Tourist durch die Gegend.
Hm ... Ich erinnere mich, daß Sandhofer zum allgemein als Schwäche empfundenen Überangebot der Eisenbahnen in der Trilogie seinerzeit schrieb, das habe vielleicht durchaus seinen Sinn, sei möglicherweise so beabsichtigt. Ich tat das seinerzeit so ab, hielt es für spitzfindig oder konstruiert ... Heute morgen schon mußte ich daran denken, und ob vielleicht doch etwas daran sein könnte ... und jetzt schreibst Du das ... Interessant. Yes. Well.

:shock:
markus hat geschrieben: Schaut man zu den Bühnen nach Elspe oder Bad Segeberg, stellt man fest, daß es ohne die Eisenbahn gar nicht geht, ob nun die Eisenbahn in der Roman-vorlage vorkommt oder nicht
Dort habe ich das Gefühl (die nachfolgende Betrachtung bezieht sich zwar konkret auf Elspe 2003, aber es dürfte auch an anderen Orten und zu anderen Zeiten gelegentlich ähnlich sein ...), es ist einfach Selbstzweck, ob es nun paßt oder nicht. Spielzeugeisenhabn fährt rein, Ah, Oh, Applaus, Laber Laber Irgendwas, Spielzeugeisenbahn fährt raus, Ohh, Applaus. Und dann hockt man da und denkt und was sollte der Quatsch jetzt ...

8)
Karl May schrieb diesen Teil des Romans (Am Jenseits) im September 1898 in Kirchheim/Teck wo er bei dem Ehepaar Weise zu Gast war. Das Ehepaar Weise war speziell mit Emma befreundet und brach auch später zu Karl May den Kontakt ab, während sie Emma nach der Scheidung finanziell unterstützte. Das jedoch nur am Rande. Im September 1898 war auch die Bahn in Kirchheim/Teck in Bau, was May zu dieser Romanpassage wohl inspiriert hat.
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 19:39

markus hat geschrieben: Neben Santer wirkt doch grad die Eisenbahn wie ein roter Faden durch die Trilogie. Dessen wurde sie ja durch den KMV beraubt (in Band 2).
Wir sollten aber dabei nicht vergessen, daß die Bände Winnetou I - III von May aus ganz verschiedenen Erzählungen zusammengesetzt wurden, die zu ganz verschiedenen Zeiten geschrieben wurden. Und es gibt von ihm den Satz "Am liebsten schriebe ich alle drei Bände neu", insofern wird man schon gedacht haben, in seinem Sinne zu handeln (wenn auch sozusagen etwas übermütig ...)
markus hat geschrieben:Ist die Trilogie also doch mehr eine Einheit die zusammen gehört, als die meisten von uns bisher dachten
Das hat auch Hermann Wohlgschaft seinerzeit in Bietigheim überzeugend vorgetragen, "Entwicklungsroman" hat er glaube ich gesagt und "Gleichnis vom rechten Leben und rechten Sterben", womit wir auch im Eisenbahn-Thread zumindest vorübergehend wieder bei solchen Sachen wären, tja, das läßt sich bei Karl May halt nicht vermeiden, liegt sozusagen in der Natur der Sache ... 8)

Beide Aspekte sind zu beachten, das Vereinzelte der Erzählungen wie ihre bewußte Zusammenstellung. (Wieder mal ein Beispiel für Relativität, "Was denn nu' ..." könnte einer fragen, "gehören die Erzählungen nun zusammen oder gehören sie nicht zusammen" ... Sowohl als auch halt, wie so oft ...)
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Re: Karl May und die Eisenbahn

Beitrag von rodger » 26.5.2010, 19:44

(Der Kurt hat übrigens die völlig falschen Sachen zitiert in seinem Beitrag, um "Am Jenseits" ging's dabei ja nun nicht ... das waren andere Beiträge ... er läßt doch hoffentlich nicht irgendwie nach ...)

:wink:
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