"Old Surehand"

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Tobias K.
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 6.1.2020, 21:33

Nina Krause hat geschrieben:
6.1.2020, 19:14
Ich bin immer wieder erstaunt was ihr so in Mays Werke reininterpretieren könnt.
Das wäre eine eigene Diskussion - vermutlich hat jeder eine andere Bewertung, wer was wo reininterpretiert. (Im Sinne von: EIgenltich ist es nicht dabei, aber es wird hinein-gelesen...) Aber wenn ich zum Beispiel weiß, dass May wegen vermeintlichem Uhrendiebstahl ins Gefängnis musste und mir dann dauernd die gestohlenen Uhren bei ihm auffallen. oder mir dauernd auffällt, wie oft er in seinen Büchern gefangen genommen wird und sich dann aber meistens selber befreit... Dann macht mir das Spaß. Und Rodger tickt da ähnlich, daher tauschen wir da manchmal Eindrücke aus.
Nina Krause hat geschrieben:
6.1.2020, 19:14
Ich lese solche Szenen wie die 4 Bären und sehe sie als ein Abenteuer innerhalb eines Abenteuerromans der mir beim lesen Freude bereitet. Also nichts wo ich noch eine zweite Bedeutungsebene suche.
Das muss ja auch keiner. Ich habe in meinem Leben mindestens drei Varianten erlebt, wie ich May gelesen habe - und inzwischen kann ich nach 30 Jahren auch große Teile auswendig und entdecke andere immer noch neu. Und für alle Literatur gilt ja: Der Leser entscheidet, wie ers liest. Da gibts ja kein Richtig und Falsch.
Nina Krause hat geschrieben:
6.1.2020, 19:14
Vielleicht bin ich daher hier im Forum auch falsch und überlege mich wieder abzumelden.Naja,Jeder liest und beschäftigt sich halt anders mit Karl May.
Es wär schade, wenn sich Menschen unwohl fühlen - aber ich wäre zum Beispiel ja auch neugierig, wie Du Karl May erlebst, oder hier: Wie Du den Surehand erlebt hast.
"So scheint mein Rohr besser zu sein als das Eurige, obgleich es viel kleiner ist."
[Der Schatz im Silbersee, 217.]

"Der Deutsche pflegt zwar albern, aber auch ehrlich zu sein."
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Nina Krause
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Nina Krause » 7.1.2020, 9:19

Da hast du mich glaube ich falsch verstanden,ich fühle mich hier nicht unwohl :D Mein "Problem" ist eher das unsere Beschäftigung mit Karl May sehr unterschiedlich ist, ich liebe zum Beispiel die Ausgaben des KMV.Die paar Leute die noch hier sind, sind nicht so die Freunde der Bearbeitungen. Ich liebe Karl Mays Werke,besonders seine Humoresken und Wild West Geschichten, sehe in ihm aber nur den Autor guter Unterhaltungsliteratur.Von hoher Literatur ist er meiner Meinung nach weit entfernt.Das ist aber alles Geschmackssache :lol:
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rodger
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von rodger » 7.1.2020, 10:13

Warum nur muß ich an Klaus Kinski und die Rolling Stones denken ...

:mrgreen:
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Wolfgang Sämmer
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Wolfgang Sämmer » 8.1.2020, 10:49

Ihr dürft nicht einschlafen!
Karl May: Old Surehand III
We should bear in mind that, in general, it is the object of our newspapers rather to create a sensation – to make a point – than to further the cause of truth.
Edgar Allan Poe
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rodger
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von rodger » 8.1.2020, 10:57

müßt Euch aber schlafend stellen
:mrgreen:

(außerdem war das Rufzeichen falsch. Jetzt wird auch schon hier im Forum Text bearbeitet ... :wink: )
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Tobias K.
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 8.1.2020, 11:04

Nina Krause hat geschrieben:
7.1.2020, 9:19
Da hast du mich glaube ich falsch verstanden,ich fühle mich hier nicht unwohl :D
Ah - ursprünlich hattest Du ausführlicher geschrieben und da kam mein Endruck her. Umso besser!
Nina Krause hat geschrieben:
7.1.2020, 9:19
Mein "Problem" ist eher das unsere Beschäftigung mit Karl May sehr unterschiedlich ist, ich liebe zum Beispiel die Ausgaben des KMV.Die paar Leute die noch hier sind, sind nicht so die Freunde der Bearbeitungen.
Das wär aber für mich gar kein "Problem". Die Grundgeschichten sind ja gleich. Mir fehlen in den Bearbeitungen oftmals die für mich "typischen" May-Texte. Da wird dann manchen Figuren der Humor rausgestrichen, der nach meinem Gefühl aber genau da hin gehört. Aber das ist ja eben genau das: Geschmackssache. Deswegen finde ich das, was Du schreibst ja nicht weniger wert.

Nina Krause hat geschrieben:
7.1.2020, 9:19
Ich liebe Karl Mays Werke,besonders seine Humoresken und Wild West Geschichten, sehe in ihm aber nur den Autor guter Unterhaltungsliteratur.Von hoher Literatur ist er meiner Meinung nach weit entfernt.Das ist aber alles Geschmackssache :lol:

Die einzige Frage, die bei mir bleibt: Worüber magst Du Dich im Forum austauschen? Die "tiefen-psychologischen" (das sind sie nict im eigentlichen Sinne) Diskussionen müssen ja nicht das einzige hier sein, was wir bekakeln... :)
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 8.1.2020, 11:06

Wolfgang Sämmer hat geschrieben:
8.1.2020, 10:49
Ihr dürft nicht einschlafen!
Karl May: Old Surehand III
"Bleibet hier, und wachet mit mir"? (Mt 26,38) :wink:
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 8.1.2020, 11:06

rodger hat geschrieben:
7.1.2020, 10:13
Warum nur muß ich an Klaus Kinski und die Rolling Stones denken ...

:mrgreen:
Möchten wir das wissen? ;)
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von rodger » 8.1.2020, 11:08

was weiß ich was Ihr wissen wollt ...
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 8.1.2020, 11:15

rodger hat geschrieben:
8.1.2020, 11:08
was weiß ich was Ihr wissen wollt ...
Ich antworte mal zutiefst rheinisch: Man weiß es nicht. :wink:
"So scheint mein Rohr besser zu sein als das Eurige, obgleich es viel kleiner ist."
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Wolfgang Sämmer » 8.1.2020, 16:48

Ich wollte ja nur mal testen, wie aufmerksam hier mitgelesen wird. :wink: Herr Wick, das hätte ich eigentlich wissen müssen, ist ein sehr aufmerksamer Leser. Daß er mich, einen glühenden Verehrer des Mayschen Originaltextes, als Bearbeiter entlarvt, der unqualifiziert in Mays wohldurchdachte Sätze hineinpfuscht, tut mir in der Seele weh. Asche auf mein Haupt. Für die Zukunft gelobe ich Besserung. :oops: Um aber wieder auf den Surehand zu schwenken, lassen wir Karl May selbst zu Worte kommen:
Damals, als ich einige Abschnitte aus dem „Waldröschen“ nahm, um sie für „Old Surehand“ in Druck zu geben, fiel es mir auf, dass ich so viel herauszustreichen oder zu ändern hatte.
Karl May: Ein Schundverlag
Kurz vorher die empörte Frage:
Wer hat meine wohlabgemessenen Worte in Klumpen zusammengeballt, meine leichtfliessenden Sätze in hässlich breite, langsam vorwärtskriechende Krötenleiber verwandelt? Wer hat mir alle die lieben Pausen, in denen mein Leser Atem holen und liebend nachsinnen sollte, herausgenommen und aus meinen kurzen, leicht begreiflichen Redeformen zottige Stricke gedreht, an denen sich jede Aufmerksamkeit zu Tode würgen muss? Wer das getan hat, dem „sollte ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ersäufet werden im Meere, da es am tiefsten ist!“
Karl May: Ein Schundverlag
Schön, herzerfrischend schön!
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Re: "Old Surehand"

Beitrag von Tobias K. » 8.1.2020, 21:03

Wolfgang Sämmer hat geschrieben:
8.1.2020, 16:48
Schön, herzerfrischend schön!
In der Tat - Old Onfirehand, quasi :D

Ich war ja auch bei der ersten Lektüre von seinem Text über Emma Pollmer völlig verstört, wie garstig da mein Jugendheld war. In fast jedem Satz biestiger Zynismus und grenzverletzende Stiche... Technisch ist das grandios - menschlich macht es mir oftmals Angst.

Vielleicht sind ja tatsächlich Pferde in seinem Werk eher eine Metapher für seine Sprache. Mir fiel mal auf, dass es recht früh Pferde gibt, die er auf brutalste Weise zureitet (Winnetou 1 noch vor dem Aufbruch, aber auch an anderen Stellen - während er später (Mindestens in Südamerika) plötzlich sich über Sporen aufregt und höchst zärtlich zu denselben Pferden ist... Im zitierten Text, wie auch bei Frau Pollmer hat er eher Sporen gegeben, scheint mir...
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