Ein Orientabend in der Villa Bärenfett

  
Besucher

In der Abenddämmerung des 18. Juli 1997 fanden sich zahlreiche Besucher im Museum ein, um ›Karl May’s Orient‹ stilvoll zu erleben. Hierzu hatten Dr. Jochen Rascher und Hans Grunert eingeladen. Teilweise mußten ihre Gäste den weiten Weg von über 500 Kilometer zurücklegen; sie wurden jedoch für diese Mühsal reich entschädigt. Was ihnen geboten wurde, dürfte bislang einzigartig sein. Es war gelungen, die in Fachkreisen als seriös anerkannte Bauchtänzerin Sigrid Bensemann zu engagieren. Mit ihren tänzerischen Qualitäten vermittelte sie anschaulich den arabisch-islamischen Kulturbereich. So erfuhren die Anwesenden, daß es eigentlich weniger um die spärlich bekleidete Bauchtänzerin geht, wie man sie vielleicht aus ›Tausendundeiner Nacht‹ kennt. Zum orientalischen Tanz gehören vielmehr recht verhüllende Trachten, welche zu ganz bestimmten Anlässen getragen werden.

Frau Bensemann erklärte während ihrer folkloristischen Darbietungen detailliert die ethnologischen Besonderheiten: das Zusammenspiel der unterschiedlichen Tänze mit den jeweiligen Trachten. Ihr Gatte, der sie stets bei ihren Vorführungen begleitet, bereitete zwischenzeitlich echten arabischen Kaffee, der für den europäischen Gaumen ungewohnt süßlich schmeckt, aromatisiert durch Kardamom.

Tänzerin

Kaffee

Umrahmt wurde das Programm durch ausgewählte Zitate aus Mays Orientzyklus. Den Abschluß bildete eine bemerkenswerte Spezialführung durch die Villa »Shatterhand.«, in der u. a. Mays orientalische Mitbringsel in Augenschein genommen werden konnten – für den Besucher ein unvergeßliches Erlebnis!

 

Text: R. Harder

Photos: M. Gärtner

   


Förderverein Karl-May-Museum